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Auto und Reise
12/08/2019

Mit der Land Rover Experience in Utah

Offroad-Schule, Abenteuer, Urlaub – und spektakuläre, automobile Bodenakrobatik.

von Peter Schönlaub

Spätestens beim Wipeout-Hill wird die erste Euphorie von Unglauben und Skepis abgelöst. Diesen unfassbar steilen, glatten Felsen soll man erklimmen? Mit einem Range Rover, der in edler, schwarzer Lackierung mehr für die Wall Street gemacht scheint als für das Überwinden solcher Hindernisse? Hm.

Es hilft natürlich nichts, der Wipeout-Hill muss unter die Räder genommen werden. Jim, unseren Instruktor, kostet die Anmerkung, dass „wipe out“ so viel wie „vernichten, ausmerzen, ausradieren“ heißt, nur ein Grinsen. Dann rät er uns, das Luftfahrwerk auf die höchste Stufe zu stellen (was dem mächtigen Range Rover enorme 295 Millimeter Bodenfreiheit verschafft), das Untersetzungsgetriebe zu aktivieren und die „Terrain Response 2 Automatik“ in den Modus „Felsen“ zu schalten.

Und sieh da: So geht’s munter bergauf, auch wenn wir uns bei der Steigung in die Sitzlehne gedrückt fühlen wie ein Apollo-Astronaut beim Start. Jim steht vor dem Auto und gibt vorher vereinbarte Handzeichen, wobei wir hinter der hoch aufragenden Motorhaube momentan sowieso nicht viel mehr sehen als seine Hand. Und die wachelt munter.

Überraschungsmoment

Oben angekommen wirkt die bizarre Szene aus anderem Blickwinkel nicht weniger spektakulär. Dass man diese Steigung mit großen, luxuriösen Fahrzeugen wie dem Range Rover, dem Range Rover Sport oder dem neuen Land Rover Discovery bewältigen kann, überrascht selbst hartgesottene Offroad-Abenteurer.

Und davon gibt es hier viele. Wir befinden uns in Utah, genauer gesagt in Moab. Die kleine Wüstenstadt mit gut 5000 Einwohnern hat sich längst den Ruf als einer der schönsten Abenteuerspielplätze der USA erworben: für Wanderer, Mountainbiker, Endurofahrer und Offroader. Auch als Filmset ist die Location mittlerweile legendär, beginnend bei Klassikern mit John Wayne über „Thelma & Louise“ bis hin zum jüngst gedrehten „Lone Ranger“ mit Johnny Depp.

Kein Wunder, dass sich Land Rover mit einer Spielart seiner Fahr-Events hier einfindet. Unter dem Titel Land Rover Experience werden mittlerweile unterschiedlichste Trainings gebündelt, vom halben Fahrtag bis hin zu umfassenden, mehrtägigen Veranstaltungen mit Urlaubscharakter. Insgesamt schulen rund 1300 Land-Rover-Instruktoren in 91 Ländern jährlich knapp 1,4 Millionen Teilnehmer.

Die Land Rover Experience in Utah ist dabei sozusagen die Kirsche auf der Erlebnistorte – ein exotisches und auch finanziell extrovertiertes Event, das neben einer ähnlichen Experience in Namibia und der Ice Academy in Skandinavien angeboten wird. Das viertägige Programm „Rock Crawl“ mit zwei Fahrtagen kostet rund 4300 Euro, das um jeweils einen Tag längere Programm „Rock Crawl+“ rund 5200 Euro – immer ohne Flug.

Dafür wird man stimmungsvoll inmitten der roten Felslandschaft untergebracht, direkt am Ufer des Colorado River, und fährt in Kleingruppen mit bis zu acht Fahrzeugen durch die Natur. Auf jedes Fahrzeug kommen zwei Fahrer sowie ein Instruktor, davon profitieren die Qualität der Betreuung und die Fahrsicherheit. Denn der Wipeout-Hill war nur der Anfang, wie wir bald erfahren sollten.

Es wird noch härter

Der zweite Fahrtag zieht nämlich die Daumenschrauben an: Hier steht der legendäre Offroad-Trail „Hells Revenge“ auf der Agenda. Wer teuflische Hindernisse vermutet, behält recht.

Schon die ersten Meter abseits des Asphalts richten sich an Schwindelfreie: Wir befahren einen Felsbogen, der kaum mehr misst als die Fahrzeugbreite. Links und rechts geht’s 30 Meter in die Tiefe. Eher ein Problem fürs Auge als eine Herausforderung für den Discovery, mit dem wir heute unterwegs sind.

Er wird ein wenig später auf die Probe gestellt: Haarscharf rasiert die Frontschürze bei Kanten über die Felsen, ab und zu setzt hinten die Anhängevorrichtung auf. Jim lotst uns geduldig durch die Hindernisse, zeigt die besten Fahrwege und ermahnt uns zu zeitlupenartigem Wirken, wenn es besonders haarig wird – also ein Rad meterhoch über dem Boden schwebt oder das Auto wippt und schwankt.

Als wir den exponierten Aussichtspunkt hoch über dem Colorado erreichen, ernten wir einmal mehr Komplimente von Hardcore-Offroadern mit stark modifizierten Fahrzeugen. Die Zielankunft hätten sie uns nie zugetraut. Wir antworten lässig wie John Wayne und mit Cowboy-Lächeln: „No prob, guys.“

>>>Link: www.landrover.com/experiencemoab

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