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Autoshow
02/18/2020

Keine Absage an den Diesel: VW Golf kommt wieder als GTD

Auf dem Genfer Autosalon zeigt VW den neuen GTD mit innovativer Abgasnachbehandlung

Als anno 1982 der erste Golf als GTD vorgestellt wurde, hatte der Wolfsburger 69 PS unter der Haube. Das war für einen Diesel und die damalige Zeit ein respektabler Wert - sollte doch der GTD quasi das Turbodiesel-Pendant zum GTI sein.

Zuletzt hatte der Golf GTD 184 PS. Und bei VW steht nun - allen Diesel-Anfeindungen zum Trotz - die neue Generation des GTD vor der Tür. Basierend auf dem Golf 8 wird der neue GTD auf dem Genfer Salon zunächst als "seriennahe Studie" vorgestellt, die Markteinführung des Serienmodells soll dann im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen.

Der Wirkungsgrad des Performance-TDI konnte laut VW deutlich optimiert und der CO2-Ausstoß weiter verringert werden; gleichzeitig wurde das Ansprechverhalten verbessert. Dank eines neuen Twindosing-SCR-Systems mit doppelter AdBlue-Einspritzung werden im Vergleich zum Vorgänger zudem die Stickoxid-Emissionen deutlich reduziert.

Twindosing- was ist das?

Twindosing ist ein Verfahren zur Abgasnachbehandlung, mit dem Volkswagen nun die Stickoxide im Abgas bei Dieselmotoren um rund 80 Prozent reduziert. Bei dieser Technologie setzt Volkswagen nicht nur auf ein SCR-System (Selective Catalytic Reduction), sondern gleich auf zwei. Twindosing wurde im vergangen Jahr bereits im Passat 2,0 TDI eingeführt und kommt natürlich auch bei den Diesel im neuen Golf zum Einsatz.

Beim Twindosing-Sysetm sitzt ein Oxidations-Katalysator direkt am Motor. Der erste SCR- Katalysator befindet sich in einem Bauteil mit dem Dieselpartikelfilter unmittelbar dahinter. Der zweite SCR-Kat ist im Fahrzeugunterboden platziert, denn durch den größeren Abstand zum Motor sind die Abgase vor dem zweiten Katalysator bis zu 100oC kühler – damit arbeitet je nach Betriebsweise des Fahrzeugs immer einer der Katalysatoren im optimalen Temperaturbereich und die Abgase lassen sich so besonders effizient nachbehandeln.

Die Abgasreinigung ist dank der beiden Katalysatoren bei nahezu allen Temperaturen effektiv. Der motornahe erste SCR-Katalysator wird schnell erwärmt, funktioniert also zügig nach dem Start des Motors und wenn das Fahrzeug mit wenig Last bewegt wird optimal, während der Katalysator im Unterboden seine Stärken hat, wenn das Auto stark belastet wird – etwa auf der Autobahn oder bei Fahrten mit Anhänger. Durch die effizientere Dosierung bleibt der Verbrauch von AdBlue trotz der doppelten Einspritzung auf unverändertem Niveau, erklären die VW-Techniker.

Die Leistungsdaten hat VW noch nicht verraten, man darf aber wohl mit 200 PS rechnen. Übrigens: Gestartet wird der Vierzylinder über eine pulsierende Taste im komplett digitalisierten Cockpit.