Autoshow
08/28/2019

Neues Mercedes GLE Coupé: Mehr Luxus, mehr Coupé

Zum Start ausschließlich Diesel (und eine AMG-Version).

Vor vier Jahren, am Juli 2015 startete das Mercedes GLE Coupé. Nun steht eine neue Generation auf Basis der zweiten GLE-Generation an. Zum Start sind ausschließlich Sechszylinder-Diesel erhältlich, nämlich der 350 d und der 400 d. Einziger Benziner ist zunächst das Mercedes-AMG GLE 53 4Matic+ Coupé. Eine Plug-in-Hybrid-Version soll folgen. Messepremiere hat das Auto auf der IAA in Frankfurt (12.-22. September 2019), zu den Händlern kommt es im Frühjahr 2020. 

Das neue GLE Coupé ist mit 4,94 Meter vier Zentimeter länger als bisher. Auch der Radstand wuchs um zwei Zentimeter, er bleibt aber sechs Zentimeter kürzer als beim GLE, was zu einem sportlicheren Handling führt, so Mercedes.

Tüpfelgrill

Vorn hat auch die neue Version wieder einen "Tüpfelgrill" (im Mercedes-Sprech Diamantgrill genannt), der von einer einzelnen horizontalen Lamelle durchzogen wird. Dazu kommt ein Unterfahrschutz. Bei der AMG Line verbreitert sich der Grill nach unten in der Form eines A, die Pins im Diamantgrill sind aus Chrom. Die Scheinwerfer sind serienmäßig in LED-Technik ausgeführt. Die flacher als bisher liegende Windschutzscheibe verringert den Luftwiderstand gegenüber dem Vorgänger bei gleicher Stirnfläche um neun Prozent. Die Flanken sind ruhig und flächig gestaltet, was die großen Räder (19 bis 22 Zoll) in den eckigen Radhäusern betont. Die Kunststoff-Verkleidungen der Radhäuser sind beim Serienmodell in Schwarz gehalten, bei der AMG Line (Bild) sind sie in Wagenfarbe lackiert.

Wie unser Vergleichsbild mit dem Vorgänger (in Weiß) zeigt, fällt am Heck die horizontale Chromlamelle weg. Die Rückleuchten sind nach wie vor zweigeteilt, das Kennzeichen im Stoßfänger untergebracht. Darunter gibt es einen Unterfahrschutz mit integrierten Endrohrblenden.

Im Cockpit guckt man auf die bei Mercedes inzwischen üblichen zwei großen Bildschirme (beide 12,3 Zoll). Das Armaturenbrett ist horizontal geteilt: Oben ist es schwarz, der Unterteil wird von den gewählten Zierleisten geprägt. Für den SUV-Touch steht die Mittelkonsole mit den dominanten Haltegriffen. 

Der Kofferraum bietet Platz für 655 bis 1.790 Liter Gepäck, bisher waren es maximal 1.720 Liter. Die Fondlehne ist im Verhältnis 40:20:40 geteilt umklappbar. Damit vergrößert sich die Ladefläche auf über zwei mal ein Meter - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Auch die Ladekante liegt sechs Zentimeter niedriger als bisher. Bestellt man die Luftfederung, kann das Heck per Tastendruck um weitere fünf Zentimeter abgesenkt werden.

Die bekannte Sprachbedienung ist serienmäßig an Bord. Im Laufe des Jahres 2020 integriert Mercedes auch den Musik-Streaming-Dienst Amazon Music. Amazon-Prime-Mitglieder können dann zwischen zwei Millionen Songs auswählen und die gewählte Musik ins Auto übertragen.

Motoren

Bisher gab es neben den AMG-Versionen (GLE 43 und GLE 63) noch einen Benziner (GLE 400 mit 333 PS) und einen 350 d mit 258 PS. Bei der neuen Generation umfasst die Motorenpalette zum Start (neben der AMG-Version GLE 53) nur zwei Sechszylinder-Diesel (OM 656): GLE Coupé 350 d 4Matic (272 PS) und GLE Coupé 400 d 4Matic (330 PS)

Die übrigen Motorisierungen des neuen GLE (ein 300 d mit 245 PS und ein GLE 450 mit 389 PS) dürften noch folgen. Die beiden Startvarianten erfüllen dank SCR-System die Abgasnorm Euro 6d. Sie haben eine 9G-Tronic-Automatik und einen Allradantrieb auf Basis einer elektronisch geregelten Lamellenkupplung. Diese ermöglicht eine vollvariable Verschiebung des Antriebsmoments von 0 bis 100 Prozent (Torque on Demand) zwischen den Achsen. In der Kurve wird das Giermoment in Richtung Über- oder Untersteuern verändert, was die Agilität steigert.

Serienmäßig erhält das neue GLE Coupé ein Stahlfederfahrwerk, das straffer als beim Vorgänger sein soll. Optional ist die Luftfederung Airmatic in einer sportlichen Abstimmung und mit adaptiven Dämpfern erhältlich. Ebenfalls optional gibt es das Fahrwerk E-Active Body Control, das die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln kann. Somit wirkt es nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen. Zusammen mit Road Surface Scan und der Kurvenneigefunktion Curve soll das System das intelligenteste SUV-Fahrwerk der Welt sein, so Mercedes. E-Active Body Control arbeitet mit 48 Volt Spannung und kann auf schlechten Straßen sogar elektrische Energie zurückgewinnen.

Zu den Fahrassistenzsystemen gehört serienmäßig ein Antikollisionssystem, das auch Kollisionen mit querenden Fußgängern und Fahrzeugen vermeiden hilft. Optional gibt es einen Abstandstempomaten, der auf Echtzeit-Stauinfos reagiert und im Fall eines vorausliegenden Staus die Geschwindigkeit vorsorglich auf etwa 100 km/h reduziert. Der Aktive Lenk-Assistent unterstützt auch die Bildung einer Rettungsgasse.

Zu den Preisen äußert sich Mercedes noch nicht. Das neue Modell dürfte teurer werden, nicht nur wegen der gestiegenen Leistung.