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08/31/2019

100 Jahre Citroën: Der legendäre Wellblech-Transporter Typ H

Kantiger Lieferwagen wurde zur Ikone

Die Marke Citroën feiert 2019 ihren hundertsten Geburtstag und erinnert in einer Artikelreihe an ihre legendärsten Modelle. Nach dem Typ A 10 HP und dem 5 HP von 1922 steht diesmal der Transporter Typ H im Fokus. Charakteristisch an dem Auto waren die kantige Form und die Wellblechkarosserie nach Art des legendären Flugzeugs Ju 52.

Der bekannteste Transporter der Citroën-Historie feierte seine Premiere auf dem Pariser Autosalon 1947 und traf den Zeitgeist: Die einfache Bauart, robuste Technik, Reduktion auf das Wesentliche und seine Vielseitigkeit machten den frontgetriebenen Transporter zu einem Kassenschlager. Das Auto wurde bis 1981 produziert, also über 30 Jahre lang.

Zahlreiche Karosseriebauunternehmen sorgten für eine große Vielfalt an Variationen des Typ H. Die verschiedenen Verlängerungen von Radstand und Überhang hinten erhielten die Bezeichnungen Modification A (40 Zentimeter Überhang) bis Modification F (1,2 Meter mehr Radstand und 60 Zentimeter längerer Überhang). Dacherhöhungen von 10, 20 oder 40 Zentimeter waren möglich. Zudem konnte man ein höheres Fahrerhausdach bestellen.

Die Drehstabfederung verschaffte dem Citroën Typ H neben der guten Straßenlage auch im unbeladenen Zustand einen hohen Federungskomfort. Der tiefe Einstieg und der u-förmige Versteifungsrahmen ermöglichten dem Team um Ingenieur Pierre Franchiset und Konstrukteur André Lefèbvre eine Vielzahl an Aufbauten: Karosserieverlängerungen, Hochdächer, Pritsche mit Doppelkabine und vieles mehr. Ab Werk gab es den Lieferwagen mit 4,28 Meter Länge und Fahrgestell mit Fahrerhaus.

Große Verbreitung fanden die Varianten des Citroën Typ H im öffentlichen Dienst, beispielsweise bei Feuerwehr oder Post. Das Angebot der Karosseriebauer richtete sich dagegen vor allem an mittelständische Betriebe. Zum Einsatz kam der Citroën Typ H hier unter anderem als Planwagen (auch mit Doppelkabine), Autotransporter, Niederflurhubwagen, Verkaufswagen, Bus, Kühlwagen, Wohnmobil, Tiertransporter, Bestattungswagen oder auch als rollendes Labor. Zudem wurde in einigen Varianten die hydropneumatische Federung der DS an der Hinterachse eingebaut, insbesondere bei Krankenwagen.

Der Citroën Typ H verfügte über Motor und Getriebe des Traction Avant und später der DS - jeweils "rückwärts" eingebaut, also mit dem Motor vor der Vorderachse - sowie mit entgegengesetzter Motor-Drehrichtung (Droit). Auch Dieselmotoren von Perkins und Indénor wurden angeboten. Hauptaugenmerk lag hier auf der extrem einfachen Zugänglichkeit zur Wartung des Motors - selbst der Ausbau konnte binnen kürzester Zeit erfolgen.

Bis zum 14. Dezember 1981 wurden insgesamt 473.289 Exemplare des Citroën Typ H in Frankreich (Quai de Javel / Aulnay-Sous-Bois), Belgien (Forest, 5.343 Fahrzeuge) und den Niederlanden (circa 10.000 Fahrzeuge) gebaut.