Classic 02.01.2018

Planai-Classic 2018: Mit Kerzenlicht und GPS

Planai-Classic 2018: Mit Kerzenlicht und GPS
© Planai Classic/Martin Huber

Am 4. Jänner bricht ein Teilnehmerfeld aus 49 Oldtimern bis Baujahr 1972 in den Ennstaler-Winter auf.

Die Planai-Classic rund um Gröbming und Schladming hat Tradition, diesmal kommen die Härtesten der Harten aus Deutschland, Griechenland, Finnland, der Schweiz und Holland, das größte Kontingent stellt Österreich. Nicht weniger als 23 verschiedene Automarken nehmen 30 Sonderprüfungen unter die Räder, sowie Bergprüfungen auf der Dachstein-Mautstraße, und als Höhepunkt drei Läufe auf Österreichs schönstem Schiberg: die Planai. Der Fluglatz Niederöblarn und die Pferderennbahn in Gröbming sind jene Schauplätze die das winterliche Zeitfahren mit den alten Autos so einzigartig machen.

Autofahren wie zu Großvaters Zeiten ist angesagt: ohne Elektronik, mit dem Kerzenlicht der alten Scheinwerfer. Dafür – und das klingt absurd – erfolgt die Zeitmessung mit GPS, was die geheimen Sonderprüfungen betrifft!

 

© Planai Classic/Martin Huber

Gestartet wird am 4. Jänner um 16:30 Uhr in Schladming, die Route führt die Teilnehmer zur Dachstein-Sonderprüfung.

Freitag stehen 3 Etappen im Roadbook. Ausgehend vom Flugplatz Niederöblarn, wo ab 11 Uhr zwei spektakuläre SP ablaufen und ab 13:30 Uhr das Tagespensum mit insgesamt 207 km wartet. In Schladming legt das Feld ab 16:30 Uhr einen 45 Minuten Boxenstopp ein, bevor es zurück nach Niederöblarn geht, wo eine nächtliche SP am Flugplatz zur großen Herausforderung wird. Das Tages-Ziel liegt in Gröbming.

Samstag, am Drei-Königstag, läuft ab 8:30 Uhr das Training und ab 10:30 Uhr die Sonderprüfung auf der Pferderennbahn Gröbming, dann nimmt das Startfeld die 30 km-Etappe zur Planai-Mittelstation unter die Räder. Die Planai-Straße wird jedes Jahr zur verschneiten Bobbahn auf der sich in drei Bergläufen die späteren Sieger formieren.

Im WM-Park der Planai steigt die letzte SP durch vier Lichtschranken, ein Spektakel für Zuschauer.

© Planai Classic/Martin Huber

Die Stars

Die Stars im Feld: die finnische Rallye-Ikone Rauno Aaltonen (Navigator Werner Gassner) auf einen Mini-Cooper, Christian Clerici auf Volvo P1800, Rudi Roubinek auf einen VW Super-Käfer sowie Rudi Stohl auf einem Steyr Puch Pinzgauer.

Weiters im Startfeld: Siegfried „Sigi“ Wolf, der einen normalen 34 PS Käfer Baujahr 1968 chauffiert. Wolf zählt zu den bekanntesten Top-Managern unseres Landes, war zwischen 2005 und 2010 CEO von Magna International und ist seit 2010 Aufsichtsratsvorsitzender von Oleg Deripaskas „Russian Machines“. Nebenbei ist der gelernte Werkzeugmacher, der sein Maschinenbau-Betriebstechnik-Studium mit einem Ingenieur-Titel abschloss, ein hochkarätiger Oldtimer-Fan. Wie immer sitzt seine Gattin Andrea als Navigator am heißen Sitz.

Als potenzielle Sieganwärter drängen sich auf: Florian Kunz/Sebastian Klackl (Austin Mini Cooper-S), Pius Weckerle/Otmar Schlager (Porsche 911), Ennstal-Sieger 2017 Alexander und Florian Deopito (Mercedes-Benz 350SLC) sowie Günter Schwarzbauer/Erich Hemmelmayr (Datsun 240Z) und die vermutlich beste Dame: Ingrid Corsmann mit Thomas Voglar am Nebensitz in einem VW-Käfer.

 

Lea Francis von 1927
© Planai Classic/Martin Huber

Das älteste Auto im Feld steuert Christian Baier: eine Lea Francis Baujahr 1927. In seinem offenen 40 PS „Boliden“ aus der Stummfilmzeit wurde er mittlerweile zu einer Symbolfigur für die Härten der Planai-Classic: dem eisigen Fahrtwind ausgesetzt, reitet er wie ein Taucher verkleidet als Solist auf dem Kutschbock.

Seine Gattin Margot, mit der er 2007 die Ennstal-Classic gewann, weigert sich im Winter mitzufahren.

von Helmut Zwickl

(Kurier) Erstellt am 02.01.2018