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Classic
06/02/2019

Porsche Typ 64: Ein Stück österreichischer Automobilgeschichte wird versteigert

Der Berlin - Rom Wagen Nr.3 von Porsche steht im August zum Verkauf.

"Ohne den Typ 64 hätte es keinen 356, keinen 550 und keinen 911 gegeben", erklärt Marcus Görig, Oldtimerspezialist beim Auktionshaus RM Sothebys. Das Auktionshaus versteigert Mitte August einen der wichtigsten Porsche-Rennwagen, den Typ 64.
Ende der 30er Jahre arbeitete Ferdinand Porsche nicht nur am KdF-Wagen (dem Vorläufer des Käfer), sondern begann im Auftrag von Volkswagen auch einen Rennwagen vorzubereiten. Ein Fahrzeug für das im September 1939 anstehende Rennen Berlin-Rom. Mit dem Typ 64, wie er genannt wurde, wollten die Nazis die Überlegenheit deutscher Autokonstruktionen zum einen und die Größe des deutschen Autobahnnetzes zum anderen demonstrieren.

Porsche baute insgesamt drei Fahrzeuge des Typ 64, einiges von der Technik kam natürlich vom KdF-Wagen, angetrieben wurde er von einem Boxermotor mit ca. 35 PS. Besonderheit des Typ 64 war aber die stromlinienförmige Karosserie, die dem Wagen theoretisch - eine entsprechende Getriebeübersetzung vorausgesetzt - eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 173,5 km/h ermöglicht hätte (so die Berechnung).

Dann kam aber alles anders. Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, das Rennen Berlin - Rom fand nicht mehr statt.

Typ 64 Nr.3 hatte die Wirren des Krieges und die Zeit danach halbwegs überdauert und wurde von Ferdinand Porsche als Privatfahrzeug genutzt. Porsche war es auch, der an der Front die Buchstaben mit dem Schriftzug "Porsche" anbrachte.

1947 ließ Porsche den Tiroler Rennfahrer Otto Mathé Demonstrationsfahrten mit dem Typ 64 durchführen und Mathé war von dem Auto so angetan, dass er es ein Jahr später Porsche abkaufte (samt den Teilen, die vom Typ 64 No. 2 noch übrig waren).

Mathé setzte den Wagen in den 50er Jahren erfolgreich bei Rennen ein, gewann damit unter anderem die Österreichische Alpenfahrt 1950, und behielt ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1995. Dann wechselte der Porsche in den Besitz des Wieners Dr. Thomas Gruber, der ihn bis 2009 hatte und ihn bei Oldtimerveranstaltungen wie der Ennstal-Classic einsetzte. 2009 erwarb das Fahrzeug die Schörghuber-Gruppe.

Der Typ 64 ist zum einen ein wesentlicher Teil der Porsche-Geschichte, als erstes Auto, das den Porsche-Schriftzug tragen durfte und auch Teil der österreichischen Autohistorie. Einen Schätzpreis gibt das Auktionshaus nicht an, aber auf Grund der historischen Bedeutung des Autos dürfte er entsprechend hoch ausfallen.

RM Sothebys versteigert den Porsche anlässlich der Auktion in Monterey/USA von 15. - 17. August 2019.

Link: RM Sothebys Montery 2019