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© Porsche

Classic
01/03/2021

Vor 35 Jahren: Als Porsche mit dem 959 die Rallye Paris - Dakar gewann

Zum Start der heurigen Rallye Dakar: Als Porsche einen Supersportwagen zum Rallyeauto machte.

von Michael Andrusio

Mitte der 80er-Jahre war der Porsche 959 ein absoluter Supersportwagen. Mit so einem Auto eine Wüstenrallye zu fahren, scheint sogar aus heutiger Sicht unfassbar - so, als würde Bugatti einen Chiron zum Rallyeauto umfunktionieren. Aber für Porsche war die härteste Rallye der Welt das passende Geläuf , um die Entwicklungsarbeit am kommenden Super-Porsche voranzutreiben.

Vor allem ging es den Schwaben um den Allrad, den der 959 bekommen sollte. Niemand geringerer als Motorsportlegende Jacky Ickx hatte Porsche dazu bewogen, ein Auto für die Rallye zu bauen. 1984 ging man noch mit einem 911 an den Start, es war dies der so genannte 911 4x4 und der Allrad ein Vorläufer des für den 959 entwickelten Systems. Und zur Überraschung aller gewann der Franzose Rene Metge die Rallye mit dem Porsche. Ein Jahr später schickte Porsche die ersten 959-Prototypen zur Dakar - allerdings noch nicht mit dem geplanten Motor, sondern mit einem 911er-Motor. Keiner der drei gestarteten 959 sah das Ziel.

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1986 hatte man den 959 so fertig, wie es sich die Techniker vorgestellt hatten - vor allem der Allradantrieb war absolut wegweisend mit  elektro-hydraulisch gesteuertem Mittendifferential mit variabler Kraftverteilung auf Vorder- und Hinterachse. Die Motorleistung des Boxermotors mit Turboaufladung wurde für die Rallye im Vergleich zum Straßenmodell sogar reduziert, von 450 auf 400 PS. Grund war die schlechte Spritqualität in Afrika und so wurde der Ladedruck reduziert und die Motorelektronik angepasst. Klarerweise bekam der Sportwagen ein entsprechend robustes Fahrwerk mit doppelten Stoßdämpfern an der Vorderachse und mehr Bodenfreiheit.

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Das 6-Gang-Getriebe wurde auf eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h übersetzt (während das Straßenauto 317 km/h schnell war) und für  Gewichtseinsparung sorgte die aus Kevlar und glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigte Karosserie.

Am Ende der rund 14.000 Kilometer langen Rallye gab es einen Porsche-Doppelsieg. Rene Metge mit Beifahrer Dominique Lemoyne gewann vor Jacky Ickx mit Beifahrer Claude Brasseur. Dazu gab es einen sechsten Platz durch den 959 Nummer drei, der eigentlich nur als Serviceauto bzw. fahrendes Ersatzteillager mitfuhr und von Projektleiter Roland Kussmaul gesteuert wurde.

Im selben Jahr wurden auch die ersten 959 an Kunden ausgeliefert.

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