Classic 30.04.2018

VW Golf Rabbit: Vier Jahrzehnte ungeschlagen

© Bild: WERK/Christian Houdek

Vor 40 Jahren wurde der Golf Rabbit in Österreich aus einer Not heraus geboren

Der Golf ist einerseits seit vier Jahrzehnten ungeschlagener Spitzenreiter seiner Klasse in Österreich. Andererseits startete das Sondermodell Rabbit vor 40 Jahren und hatte großen Anteil an der Eroberung und Absicherung des Spitzenplatzes.

Der Golf sollte den erfolgreichen, aber in die Jahre gekommenen Käfer ablösen. Kein leichtes Erbe. Und dann verlangte der Urvater des Golf, Ernst Fiala, von seinen Leuten noch einen „Mercedes für kleines Geld“. Leicht sollte er sein, überall mussten die Ingenieure Gewicht einsparen, gleichzeitig aber schweres Dämmmaterial in die Türen einplanen, damit diese einen satten und wertigen Klang hatten, wenn sie geschlossen wurden.

Geburt des Rabbit

Nach der erfolgreichen Markteinführung gab es im Jahr 1978 Lieferprobleme beim 70-PS-Benziner, dem gefragtesten Motor im Golf. Die Alternative war ein 60-PS-Benziner, der weder steuerlich noch bezüglich Versicherung interessant für Österreich war. „Dieser Umstand führte zur Geburt des Sondermodells Rabbit, welches mit Unterstützung aus Wolfsburg ein besonders preiswertes und gut ausgestattetes Angebot darstellte, um über die fehlenden 10 PS hinwegzutrösten“, berichtet Hermann Becker, ehemaliger Pressesprecher von Porsche Austria, der den Golf vom ersten Tag an begleitete.

Die Menschen nahmen den freundlichen Hasen gerne an und bis heute ist der Rabbit eines der beliebtesten Modelle der Golffamilie.

Der Einsergolf sollte noch einiges mit sich bringen: Ein Cabrio, einen Diesel und den GTI. Manche Journalisten erklärten die VW-Leute für völlig irre, ein solches Auto auf die Räder zu stellen, aber der Erfolg des GTI gab ihnen 100 %Recht.

Mit jeder Generation wurde der Golf besser, größer, komfortabler. Immer wieder brachte man auch Sondermodelle neben dem Rabbit: Beispielsweise den seltenen Rallye Golf (Golf II), den VR6 Syncro (Golf III) oder den Golf R32 (Golf IV und Golf V), welche allesamt die Topmodelle ihrer Generation und sogar stärker als der jeweilige GTI waren.

Elektrische Derivate gab es bereits ab der ersten Baureihe. CitySTROMer wurden sie genannt. Große Stückzahlen wurden allerdings nie erreicht. Genau wie beim Golf Country (Golf II), welcher ein höher gelegtes Fahrwerk, Allradantrieb und ein prominentes Reserverad auf der Heckklappe hatte. Er wurde nach kurzer Produktionszeit wieder eingestellt.

 

Abenteurer für den Alltag ? 25 Jahre Golf Country
© Bild: WERK

Die österreichische Erfolgsgeschichte des VW Golf ist einzigartig, denn nirgends sonst ist er so lange ganz oben auf dem Treppchen geblieben.

Zur Feier des Jubiläums hat VW wieder ein Sondermodell aus dem Hut gezaubert: Den Golf Rabbit 40, der mit einer digitalen Instrumenteneinheit, Infotainment-, Licht- und Sichtpaket sowie fünf Jahren Garantie zu einem Preis ab € 21.290,– die Kundschaft von sich überzeugen will. Auch ihm ist der Erfolg ziemlich sicher.

( motor.at , Daniel Schubert ) Erstellt am 30.04.2018