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Classic
08/07/2022

Wie der Porsche Cayenne einst zum Cabriolet wurde

Kurz nach dem Markstart wurden weitere Karosserievarianten für den Cayenne angedacht.

von Michael Andrusio

Seit 20 Jahren gibt es den Cayenne bei Porsche. Dass der Sportwagenbauer auf SUV setzte, sorgte bei vielen eingefleischten Porschefans für Entsetzen. Aber: Das Auto wurde ein Erfolg. Ursprünglich kalkulierte man mit 25.000 Auslieferungen pro Jahr. Verkauft wurden in den acht Modelljahren der ersten Generation 276.652 Exemplare, also knapp 35.000 Fahrzeuge pro Jahr. „Mit dem Cayenne ist es uns erstmals gelungen, den Mythos Porsche erfolgreich auf ein völlig neues Marktsegment zu übertragen“, sagte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, anlässlich der Weltpremiere der dritten Generation 2017. „Unser Sportwagen im SUV-Segment hat sich seit 2002 als Bestseller und Wachstumsmotor erwiesen. Mehr noch: Der Cayenne hat Porsche die Türen in viele neue Märkte geöffnet und ganz wesentlich zur Internationalisierung unseres Vertriebsnetzes beigetragen.“

Nun verrät Porsche, dass man schon kurz nach Marktstart über weitere Karosserievarianten nachdachte. So über ein Coupé, eine um 20 Zentimeter gestreckte und um eine zusätzliche Sitzreihe ergänzte Langversion und ein Cabriolet. Das Cabriolet wurde sogar als Prototyp gebaut.

Bild links: © Porsche

Bild rechts: © Porsche

Heute steht noch ein einziges Modell des offenen Cayenne im Lager des Porsche Museums. Es ist kein fahrbereiter Prototyp, sondern ein sogenanntes Package-Funktionsmodell, kurz PFM. Die Designer haben das Dach entfernen lassen, auf die für ein Cabriolet nötigen Karosserieversteifungen jedoch verzichtet. Eine sichere und stabile Fahrt wäre mit diesem Fahrzeug nicht möglich, daher wird es bei Bedarf nur gerollt. Testfahrten waren nie geplant, denn das Cabriolet-PFM diente allein dazu, vier Kriterien zu prüfen.

Was die Gestaltung des Hecks betraf, war man im Jahr 2002 noch uneins und entwarf für das Package-Funktionsmodell zwei unterschiedliche Heckpartien. Hinten links war die Rückleuchte tief angesetzt, hinten rechts saß sie deutlich höher.

Das Cayenne Cabrio war 4,80 Meter lang und hatte zwei Türen, die 20 cm länger waren als die beim normalen Cayenne.

Wie hätte das Verdeck funktioniert? Der Kofferraumdeckel des Cayenne-PFM ist vorne und hinten angeschlagen, kann also in beide Richtungen öffnen. Das Dach sollte über den feststehenden Überrollbügel hinweg nach hinten gefahren und dort unter dem gegenläufig geöffneten Kofferraumdeckel in einer Z-Faltung abgelegt werden. Beim Cayenne Cabriolet wurde der Mechanismus jedoch nie fertig konstruiert, sondern blieb im Status der Computersimulation. Das Stoffdach liegt heute im Kofferraum des Museumsstücks und muss bei Bedarf von Hand montiert werden.

Die Idee wurde schließlich wieder verworfen. Die Prognosen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit waren nicht besonders vielversprechend. Obendrein blieben Zweifel, ob das Auto so ansprechend aussehen würde, wie man es von einem Porsche erwartet. „Ein SUV als Cabriolet ist ästhetisch und formal schon eine Herausforderung“, sagt Designchef Michael Mauer, der 2002 noch nicht im Amt war, beim heutigen Blick auf das Konzept. „Das SUV hat immer einen großen und schweren Körper. Das kombinieren Sie mit einem kleinen Hut und schneiden dann noch das Dach weg – da kommen formal seltsame Dinge heraus.“

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