© Michael Andrusio

Classic
08/11/2019

Zeitreise in die 80er: Mit dem Toyota Celica Supra

Wir waren unterwegs mit einem Celica Supra von 1984.

von Michael Andrusio

Anno 1984 wurde Niki Lauda wurde zum dritten Mal Formel-1- Weltmeister. Bundeskanzler in Österreich war Fred Sinowatz, in den USA regierte Ronald Reagan, Falco brachte sein zweites Album „Junge Römer“ heraus und in der heimischen Hitparade waren STS mit „Fürstenfeld“ top.

1984 wurde auch jener weißer Celica Supra von Toyota produziert, mit dem uns die Toyota-Classic-Abteilung in Deutschland freundlicherweise fahren lässt.

Der Celica Supra MA 60/61 war 1981 vorgestellt worden und war – wie die erste Generation – im Prinzip immer noch ein Topmodell-Derivat der Celica.

Unter der langen Motorhaube kam allerdings ein Reihensechszylinder mit 2,8 Litern Hubraum zum Einsatz. Leistung: 170 PS.

Typisch für die Zeit waren natürlich die kantige Karosserie, ein Heckspoiler aus weichem Kunststoff und die Klappscheinwerfer. Innen empfängt einen der Celica Supra mit sehr weichen Sitzen und viel Plastik am Armaturenträger. Was uns gleich ins Auge sticht, ist der Blasebalg (ähnlich wie der zum Blutdruckmessen) neben dem Fahrersitz. Zweimal gepresst und die Lordosenstütze verhärtet sich merklich. Sonst gibt es schon viel Luxus, inklusive elektrischen Fensterhebern.

Ein Dreh am Zündschlüssel und der Motor mit elektronischer Saugrohreinspritzung erwacht sofort zum Leben. Der Sound ist durchaus kernig, Sportwagen-Charakteristik vermittelt der Sechszylinder aber nicht, dafür ist er einfach nicht spritzig genug. Kein Wunder, liegt doch das maximale Drehmoment von 230 Nm erst bei 4600 U/min an.

Noch etwas fällt uns auf: Im Celica Supra dachten die Ingenieure schon ökonomisch und verbauten eine Lichtinstallation im Cockpit – grünes Licht, wenn man sparsam unterwegs ist, orange, wenn man die volle Power abruft.

In unserem Celica Supra ist bereits das digitale Cockpit verbaut, das der Toyota zum Ende seiner Bauzeit spendiert bekam. Heißt, die Geschwindigkeit wird digital angezeigt, die Drehzahl baut sich stricherl-artig darüber auf. Dass die Tankanzeige ständig einen leeren Tank vermeldet, sollte uns nicht kümmern, hatten uns die Toyota-Leute vor Abfahrt mittgeteilt, der Tank sei blatt’lvoll. Den Verbrauch gab Toyota übrigens mit 10 Litern an.

Gelenkt wird mittels dünnem Lenkreif, wobei die Lenkung eher auf der indirekten Seite bleibt, aber ausreichend exakt ist. Immerhin hat man bereits Servolenkung. Eine große (positive) Überraschung bescheren uns die gut zupackenden Bremsen. Der Celica Supra hatte seinerzeit vorne und hinten Scheibenbremsen montiert.

Dazu sorgt eine Einzelradaufhängung für tadelloses Handling und ein Sperrdifferential hatte Toyota dem Celica Supra auch noch mitgegeben. Keine Probleme bereitet auch das 5-Gang-Schaltgetriebe.

Ein anderes Feature aus der Zeit, macht uns an diesem heißen, sonnigen Tag weniger Freude – das eher in homöopathischer Dosierung getönte Ausstelldach.

Schade, dass der Celica Supra bereits seines Radios beraubt war – sonst hätten wir irgendwo auch noch ein paar Musikkassetten ausgekramt....

Die Karriere des Celica Supra endete 1985, 1986 kam das Nachfolgemodell, das dann nur mehr Supra hieß.

Link: Toyota-Collection

Video-Fundstück: Paul Frere testet fürs ZDF den Celica Supra