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© Horst Bauer

10/04/2021

Schon gefahren: Das kann der elektrische Cupra Born

Erstmals am Steuer des Cupra Born, der den Sportler in der E-Auto-Linie des Volkswagen-Konzerns geben soll

von Horst Bauer

Dass er kein Seat werden musste, hat ihm gutgetan.

So konnten die Spanier aus dem Volkswagen-Reich ihren Beitrag zur Elektrifizierung des Konzern-Angebots weiter absetzen vom vernunftgesteuerten Elektro-Stammvater ID.3 von VW. Als Cupra durfte die spanische Ausgabe der elektrischen Basis-Plattform des Konzerns nicht nur fescher daherkommen, sondern auch sportlicher ausgelegt werden.

So zumindest die Mission des Cupra Born, des ersten batterie-elektrischen Modells aus dem Seat-Stall.

Ob er diesen Anspruch auch in der Praxis erfüllt, konnten wir bereits vor dem Auslieferungsstart in Österreich im Zuge einer ersten Testfahrt mit dem Topmodell der Born-Reihe mit 170 kW (231 PS) Leistung erkunden.

Gleich nachdem man am Fahrersitz Platz genommen hat, fällt zunächst der sehr markante „Cupra“-Knopf auf der rechten Seite des kleinen, sehr gut zur Hand liegenden Lederlenkrads auf. Dieser hat nicht nur die Funktion, auf die Marke aufmerksam zu machen, sondern dient auch als Schalter für die direkte Anwahl des speziellen Cupra-Modus im Menü der Fahrprogramme. Durch die übrigen Abstufungen von Eco über Comfort und Performance bis Individuell klickt man sich mit dem Knopf auf der linken Seite des Lenkrads.

E-Boost bringt mehr Power

Hier im Topmodell hat der Cupra-Knopf aber noch eine zusätzliche Funktion. Mit ihm lässt sich der e-Boost aktivieren, der zusätzliche 20 kW Motorleistung freilegt. Das wird man als Pilot vornehmlich dann tun, wenn einen der Hafer sticht – oder ein Überholvorgang möglichst rasch beendet werden soll. Mit gedrucktem Knopferl lässt sich der Sprint auf Tempo 100 nämlich in nur 6,6 Sekunden erledigen.

Allerdings funktioniert der Spaß nur, wenn der Batterie-Ladestand zumindest 70 % beträgt und es nicht zu kalt ist. So gesehen sollte man sich von der Ansage 170 kW statt 150 kW nicht blenden lassen, steht doch die Zusatz-Power nur teilweise zur Verfügung.

Und so ist man auch mit dem Top-Modell des Born im normalen Verkehr mit gleich viel Kraft aus dem E-Motor unterwegs, wie sie das nächstschwächere Modell zu bieten hat. Was einen aber nicht verzagen lassen sollte, wie die ersten Testkilometer gezeigt haben. Dort hat sich der Born als würdiger Träger des Cupra-Labels erwiesen. Und als ein Elektroauto, das zunächst einmal vor allem Fahrspaß bereiten und erst in zweiter Linie Weltenretter sein will.

Was nicht nur auf die schiere Motorleistung zurückzuführen ist, sondern auch auf die gelungene Fahrwerksabstimmung, die adaptiven Dämpfer und die exakte Lenkung. In anderen Worten: der Born fährt sich so knackig und sportlich, dass man ihm die technische Verwandtschaft zum ID.3 in dieser Hinsicht nicht anmerkt. Und das kann als Kompliment verstanden werden.

Rekuperation nur in zwei Stufen

Was die Rekuperation betrifft, so ist diese lediglich durch das Anwählen der „B“-Stellung mit dem Wählhebel stärker einzustellen (etwa um bergab die Bremsen nicht überzustrapazieren). Mehrstufige Rekuperation bis hin zum Ein-Pedal-Fahren ist nicht die Sache des Born.

Natürlich bedient man sich aber der Möglichkeiten, welche die Konzern-Plattform zu bieten hat. So verfügt der elektrische Spanier wie gesagt über fünf Fahr-Modi. Allerdings sind die erfreulicherweise nicht nur über einen Menüpunkt im Bordcomputer abrufbar, sondern eben auch direkt über die beiden Knöpfe auf dem Lenkrad. Auf die derzeit in neuen VW-Konzernprodukten unumgänglichen Slider zur Lautstärke- und Temperatur-Regelung hat man allerdings auch hier nicht verzichtet.

Abgesehen davon haben sich die Designer in Barcelona in der Gestaltung des Cockpits von der Wolfsburger Linie wohltuend absetzen können. So beschränkt man sich auf ein vergleichsweise kleines Display über dem Lenkrad, um den Piloten über die wichtigsten Fakten zur Fahrt zu informieren. Ähnlich kompakt und kondensiert aufs Wesentliche gibt sich das schmale und dennoch gut ablesbare Head-up-Display.

Resümee nach den ersten flotten Kilometern mit dem Cupra Born in der Topversion: Er zeigt sich als ein Elektroauto, das vor allem Fahrern gefallen wird, die nicht von Autopiloten träumen. Sondern die am liebsten selbst das sportliche Kommando hinter dem Steuer haben. Und die bereit sind, für mehr Fahrspaß auch mehr Geld auszugeben.

 

Auslieferung
Ab sofort bestellbar ist in Österreich der Cupra Born in der 150-kW/204-PS- starken Version mit einer 58-kWh-Batterie (Normreichweite  420 km) zu einem Preis  ab 39.990 €. Auslieferungsstart für dieses Modell ist bei uns Mitte November

Preise
Sowohl der Top-Born mit 170 kW/231 PS  (den es auch mit einer 77-kWh-Batterie gibt), als auch das Einstiegsmodell mit 110 kW/ 150 PS Leistung folgen zu Beginn des kommenden Jahres. Abzüglich der staatlichen E-Förderprämie soll der Preis für das Einstiegsmodell dann unter 30.000 € liegen

Wallbox
Serienmäßig gibt es in Österreich zu allen Born-Varianten eine spezielle Cupra-Wallbox für das Laden zu Hause dazu  

 

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