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E-Mobility
10/30/2020

E-Autos: "Der Markt nimmt Fahrt auf"

Die Instadrive-Gründer bieten E-Autos im Langzeit-Abo, sie wollen damit den Umstieg erleichtern.

von Andrea Hlinka

Die letzten Jahre der Verbrennungsmotoren sind vielleicht angebrochen. 2026, so sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess vor wenigen Tagen, sei das E-Auto das bessere ökologische und ökonomische Konzept. Mit den Elektroautos kommt eine Schar an findigen Unternehmern, die den Trend mitgestalten, bevor er zum Mainstream wird. Einer davon ist Philipp Halla, der gemeinsam mit Andreas Mutter vor dreieinhalb Jahren Instadrive gründete. Ein Unternehmen, das E-Autos in einem Abo-Modell anbietet. 1000 Autos zählen sie zu ihrem Kontingent, von Kia bis Tesla.

KURIER: Elektroautos sind auf den Straßen nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung. In wie vielen Jahren wird der Markt auf Elektromobilität umgestellt sein?

Philipp Halla: 2017, als wir angefangen haben, war die Elektromobilität noch eine Nische. Mittlerweile sieht man, dass der Markt Fahrt aufnimmt. Nächstes Jahr erwarten wir einen Marktanteil von zehn bis zwölf Prozent. Mit diesem Marktanteil kommt Elektromobilität langsam in den Köpfen an. Auch in die Fuhrparks der Firmen werden Elektroautos jetzt eingeführt und das wird sich ausweiten. In fünf bis zehn Jahren haben wir sicher eine sehr gute Durchdringung. Unser Unternehmen wächst mit der Nische in einen schönen großen Markt hinein.

Was steht dieser Entwicklung im Weg?

Die Problematik ist, dass bei den Menschen viel Verunsicherung geschaffen wurde. Es sind kleine Thematiken, die schnell hochgespielt werden. Ein Tesla brennt und gleich ist die ganze Technologie gefährlich. Tatsächlich funktioniert das ganze System sehr gut. Die Leute glauben auch, dass sie nirgendwo laden können. Wir haben in Österreich aktuell 15.228 Ladepunkte. Der nächste Mythos ist, dass die Batterie nicht recycelt werden kann. Wir haben eine Recyclingquote von 95 Prozent. Auch wird die Batterie nicht nach ein paar Jahren kaputt. Wir haben Fahrzeuge mit 300.000, 400.000 Kilometern, danach wird die Batterie als Second- Life-Speicher genutzt, danach wird sie recycelt und wieder aufgebaut. Das funktioniert gut. Der nächste Punkt ist die Reichweite. Ich komme mit einem Fahrzeug mittlerweile 300, 400, 500 Kilometer weit. Ich kann zum Beispiel mit einem Niro oder Tesla Model 3 bis Salzburg durchfahren. Eine 20-minütige Kaffeepause reicht bei neuen Modellen aus, um auf 80 Prozent zu laden. Mit unserem Produkt wollen wir den Einstieg erleichtern und durch den Dschungel führen.

Weshalb werden nach wie vor viele Modelle mit Verbrennungsmotoren auf den Markt gebracht?

Für die Automobilindustrie ist dieser Wandel eine riesige Herausforderung und Veränderung. Ich war Geschäftsführer von Porsche Chile. Unser größtes Geschäft waren die Ersatzteile, der Ölwechsel, die Wartung. Wenn das alles wegfällt – und ein Elektromotor wird nicht kaputt –, dann ist das nicht lustig für die Industrie. Mit den Hybrid- und Plug-in-Fahrzeugen kann man den Wandel noch zwei, drei Jahre hinauszögern. Aber langfristig ist das absolut nicht zu halten. Hybrid und Plug-in sind ökologisch und vom Verbrauch her absolut sinnlos. Es ist nur für die Psychologie, dass ich einen Motor mitschleppe. Die Umstellung ist vorgegeben, auch in den Werken.

Hat sich Ihre Zielgruppe seit der Gründung verändert?

Es geht immer mehr in die Masse. Am Anfang war das E-Auto ein Zweit- oder Drittauto. Mit der höheren Reichweite und der Modellvielfalt ist es immer öfter ein Erstauto. Es kommen neue Segmente auf den Markt, größere und auch viele günstigere Modelle. Unsere Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen. Gerade bei KMU, die keinen eigenen Fuhrpark-Manager haben, kommt unser Gesamtpaket gut an, weil es weniger Arbeit ist, es keine Schadens-, keine Förder-, keine Wartungsabwicklung braucht.

Sie werben damit, günstiger zu sein als herkömmliches Leasing. Wie geht das?

Wir kaufen jeden Bestandteil in einer großen Stückzahl ein und können dadurch sehr attraktive Pakete anbieten. Ein Abo um 500 Euro schreckt zuerst ab. Dabei wissen viele nicht, was das eigene Auto kostet und welchen Wertverlust es hat.

Trifft Sie die Corona-Krise?

Die Corona-Krise beschleunigt den Mobilitätswandel. Wir hatten wieder ein absolutes Rekordmonat.

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