Eine Agrarphotovoltaik-Pilotanlage des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme

© Fraunhofer ISE

E-Mobility
07/12/2020

Pilotprojekt: Photovoltaik-Überdachung für Autobahnen

Strom für die E-Autos, immer trockene Straßen und Lärmschutz - kann das funktionieren?

Es ist ein interessantes Forschungsprojekt, das unter der Leitung des Austrian Institue of Technology (AIT) nun in Angriff genommen wird: Die mögliche Überdachung von Autobahnen mit Solardächern.

Im Rahmen des Projektclusters „PV-SÜD“ stehen nun zwei Forschungsfragen im Zentrum: Einerseits wird untersucht, ob eine Photovoltaik-Überdachung der Fahrbahn neben der Energiegewinnung den erhofften Mehrwert für den Straßenerhalter bietet, wie beispielsweise die Schonung der Fahrbahndecken, andererseits geht das Konsortium der Frage nach, ob die solare Nutzung des Straßenraums praxistauglich und ins bestehende Erhaltungsmanagement integrierbar ist, etwa in Bezug auf Wartung oder Schneeräumung.

Als Partner des AIT sind das deutsche Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Forster Industrietechnik GmbH mit dabei. Im ersten Teil des Projekts wird ein Entwurf für einen Prototypen einer derartigen PV-Straßenüberdachung ausgearbeitet. Dabei werden ein entsprechend angepasstes Photovoltaik-Konzept für die Anwendung geeigneter Module und eine dazu passende Tragkonstruktion entwickelt, die alle Sicherheitsanforderungen erfüllt und möglichst viele der gewünschten positive Nebeneffekte realisiert. Dieser Prototyp soll dann im zweiten Teil des Projekts als Demonstrator erstellt, mit Messtechnik ausgerüstet und ein Jahr lang im Betrieb wissenschaftlich begleitet werden.

Als wesentliches „PV-SÜD“-Projektziel gilt die Analyse der Effekte über die solare Energiegewinnung hinaus. So stellt die Competence Unit Transportation Infrastructure Technologies des AIT Center for Mobility Systems ihre Erfahrung mit der Analyse der Eigenschaften von Komponenten der Verkehrsinfrastruktur wie Fahrbahnoberflächen, Lärmschutzwänden, Brücken oder Stützwänden sowie Verkehrssicherheit in den Dienst des Projekts. Auch die Gesamtkoordination von „PV-Süd“ liegt beim Center for Mobility Systems. Die Forster Industrietechnik bringt große Erfahrung im Bereich Verkehrstechnik und Stahlbau sowie bautechnische Planung, Umsetzung und Montage von Konstruktionen neben und über Straßen mit ein und ist in diesem Bereich sowohl in Österreich wie auch in Deutschland vertreten.

Projektleiter Manfred Haider vom AIT Center for Mobility Systems über das Projekt: „Mit der PV-Überdachung sollen insbesondere folgende Ziele erreicht werden: 1. Energiegewinnung durch Photovoltaik mit Hilfe geeigneter PV-Modultechnik, 2. flexibler Einsatz im hochrangigen Straßennetz, 3. Erhöhung der Dauerhaftigkeit und Erhaltung der Oberflächeneigenschaften der Fahrbahn durch Schutz vor Überhitzung und Niederschlägen, sowie 4. zusätzlicher Lärmschutz. Diese Anforderungen sollen in Bezug auf technische Machbarkeit und ökonomische Umsetzbarkeit geprüft werden und an einem Demonstrator verifiziert werden. Aus den Analysen der Konzeptphase sowie den Messdaten des Demonstrators erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse für den zukünftigen Einsatz solcher Photovoltaiksysteme im D-A-CH-Raum.“

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