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E-Mobility
11/14/2020

Pilotprojekte: Von Helsinki bis Korneuburg

Mobility as a Service soll es einfacher machen, kein eigenes Auto zu besitzen

von Andrea Hlinka

Sieben Millionen Fahrzeuge waren am Stichtag 30. September 2020 in Österreich zugelassen. Die meiste Zeit stehen sie herum, private Pkw sogar 23 Stunden täglich. Das eigene Auto erscheint angesichts dessen zwar wenig effizient, doch gerade in ländlichen Gegenden ist es beinah unumgänglich, für alle, die mobil und flexibel sein möchten.

Ein Trend, der den Individualverkehr ökonomisch und ökologisch verbessern könnte und weniger Autos in Städten verspricht, heißt Mobility as a Service, kurz MaaS, übersetzt Mobilität als Dienstleistung.

MaaS funktioniert so: Der Nutzer hat die Möglichkeit, seinen Weg, von der ersten bis zur letzten Meile, flexibel und nahtlos mit verschiedenen Transportmitteln – etwa mit E-Scooter, Linienbus und Sharing-Auto – zurückzulegen. Gesucht, geplant, gebucht und bezahlt können die intermodalen Wegketten mit einer App. Der Knackpunkt liegt hier in der Verfügbarkeit der Transportmittel und der Teilnahme möglichst vieler Anbieter. Dass es funktionieren kann, zeigt Helsinki, die Geburtsstadt von MaaS, wo das Konzept bereits seit 2016 erfolgreich umgesetzt wird. Erfunden wurde es von MaaS Global. Dessen CEO Sampo Hietanen ist kein Tiefstapler.

Er erklärt: „Mobility as a Service ist das moderne Äquivalent zu Fords Model T, das den Menschen die Freiheit gegeben hat, jederzeit an jeden Ort zu gelangen.“

Korneuburg probiert

Auch in Österreich werden erste Projekte in diese Richtung unternommen. Etwa in Korneuburg: Anfang September verkündeten die ÖBB und die Gemeinde Korneuburg in Zusammenarbeit mit der Wegfinder-App das Konzept als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. An zwei Standorten sollen nun Car-Sharing-Autos für die erste und letzte Meile zur Verfügung stehen, ebenso 40 E-Scooter und zehn E-Bikes.

ÖBB-CEO Andreas Matthä ist sichtlich stolz darauf: „Wir bringen Menschen und Güter umweltfreundlich an ihr Ziel, und unser Engagement hört nicht dort auf, wo Zug und Bus enden. Denn: Öffentlicher Verkehr ist dann besonders attraktiv, wenn die Letzte Meile einfach und umweltfreundlich zu bewältigen ist.“ Alle Angebote sollen künftig gebündelt gebucht werden können. Neben den öffentlichen Verkehrsmitteln sind zunächst die E-Scooter von TIER und Fahrräder von nextbike in der App buchbar.

Für einige Experten ist MaaS ein Megatrend. Jedenfalls ist es ein weiterer Puzzlestein für ein emissionsarmes Mobilitätskonzept der Zukunft.

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