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E-Mobility

Q6 e-tron: Erste Ausfahrt mit Audis neuer Hoffnung

Auf den Färöer-Inseln mit dem neuen Audi Q6 e-tron: durch baumlose Landschaften und tiefe Unterwasser-Tunnel. Ein erster Fahrbericht aus dem hohen Norden.

von Sandra Baierl

07/26/2023, 09:55 AM

Vor dem Landeanflug am Vagar Floghavn macht der Pilot eine Durchsage: die Färöer-Inseln sind bergig, die Landebahn unüblich kurz. Laut Standard-Prozedere müsse das Flugzeug in einen steileren Sinkflug, danach abrupt bremsen. Zur Sicherheit ziehen wir Fluggäste die Sicherheitsgurte stramm. Die Landung ist speziell. Wir sind da. 

Auf einer Insel inmitten des Nordatlantik. 430 Kilometer südöstlich von Island, 300 Kilometer nordwestlich von Schottland. 18 Inseln bilden die Färöer, sie werden durch Meerengen und Fjorde geteilt. Durch Tunnel und Fähren miteinander verbunden. Hierher kommt man, um die Natur zu genießen. Die karge, baumlose Landschaft. Und um ein neues Auto zu testen. 

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Prototypen-Fahrt
Am Flughafen Vagar stehen die Protoypen des nagelneuen Audi Q6 e-tron für uns bereit. In bunten Neonfarben beklebt sind sie für die nächsten Tage die fahrende Sensation auf den Inseln. Kurze Einführung und es geht los – weit hinauf in den Norden, kreuz und quer über die Inseln, bis in die Hauptstadt Torshavn, wo immerhin fast 20.000 der insgesamt fast 50.000 Färöer wohnen.    

Der neue Audi Q6 e-tron als Prototyp: außen poppig in Lila, Orange und Weiß. Innen mit Tüchern verhängt, damit wir das Cockpit (noch) nicht sehen dürfen. Der Q6 e-tron reiht sich (eh klar) zwischen Q4 und Q8 ein, ist ein geräumiges SUV, das ziemlich bullig dasteht. Markanter, solider Kühlergrill schmale Audi-Scheinwerfer vorne und eine spezielle Lichtsignatur, auf die wir später noch zu sprechen kommen. Die Räder sind von weißen Felgen geziert, 21 Zoll, mindestens.

Die genauen Spezifikationen für den neuen Q6 bleibt man uns bei dieser Protoypen-Fahrt schuldig. Dass wir überhaupt fahren dürfen, verdanken wir den Behördern auf den Färöern: sie lassen es zu, dass diese Erstlings-Autos auf ihren Straßen fahren dürfen.

 

Ein schneller Schnelllader
Was wir wissen: Die Reichweite des vollelektrischen Q6 wird über 600 Kilometer betragen, in 10 Minuten soll man 250 Kilometer schnellladen (mit 270 kW und damit viel schneller als viele andere), die Beschleunigung von 0-100 km/h wird unter 4,5 Sekunden liegen. Alles ohne Gewähr, die offiziellen Werte folgen in den nächsten Monaten.

Für die Ingolstädter ist der Q6 e-tron ein überaus wichtiges Auto, auf das man lange gewartet hat. Es besetzt die wichtige elektrische SUV-Mittelklasse – dementsprechend professionell inszeniert ist die (stückweise) Vorstellung. 

Opulente Mittelklasse
Der Q6 e-tron wurde zusammen mit dem Porsche Macan im Konzern entwickelt. Ziemlich spät kommt es auf den Markt, die Kunden warten, wahrscheinlich noch bis Frühjahr 2024. Der mächtige Mittelklasse-SUV von Audi baut auf der PPE-Plattform (Premium Plattform Electric) auf, misst etwa 4,75 Meter und kommt in verschiedenen Antriebspaketen. Der „45“ wird allein über die Hinterachse angetrieben, daneben wird es verschiedene Allradversionen bis hinauf zum 55 Quattro (mit 401 PS) und eine S-Version bis 517 PS geben. Die Akkupakete kommen mit 86 oder 100 kWh (für ordentlich Reichweite von mehr als 600 Kilometer). Der Schub der S-Sportversion ist imposant, es braucht Feingefühl im Elektrofuß (vormals Gasfuß), um magenschonend zu beschleunigen. 
 

Neue E-Motoren
Den Unterschied beim Audi Hoffnungsträger Q6 e-tron sollen die neuen Elektromotoren machen, die bei Audi selbst entwickelt und in Ungarn (Györ) zusammengebaut werden. Vorne arbeitet ein Induktionsmotor (sorgt für Effizienz), hinten ein Permanentmagnetmotor (sorgt für sofortiges, massives Drehmoment). Das macht den neuen Audi in der S-Variante besonders sportlich, besonders agil. Den akustischen Sound gibt’s auf Knopfdruck dazu. Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens immer bei 210 km/h, außer beim SQ6, der 230 km/h erreichen kann.

Inselschönheiten
Aber: Geschwindigkeit ist nicht so wichtig für das Fahren auf den Färöer-Inseln. Dort ist bei 80 km/h Schluss (ja, das ist hier Höchstgeschwindigkeit). Wir fahren geführt im Konvoi, es wurden auf manchen Straßenabschnitten eigens Ampeln für uns installiert. Eine Fahrfreude allemal: die Inseln sind pittoresk, nordisch-nobel (© Grönemeyer), rau. Das Auto geht richtig gut, beschleunigt in allen Motorvarianten satt, besonders natürlich im S-Modell.

Eine grüne, graue Welt mit viel Weite und mächtiger Berglandschaft saust vorbei. 10 Grad Celsius, als wir dort sind. Mit vielen Schafen auch und kleinen Ortschaften, die alle eines haben: einen Fußballplatz. Diese Erkenntnis ist – 33 Jahre nach der Fußball-Niederlage Österreichs gegen die Färöer-Amateure – durchaus augenöffnend. Auch das durchaus imposante Stadion mitten in der Hauptstadt Torshavn ist wie ein Mahnmal für die Österreicher: das legendäre Fußballspiel - es hat damals allerdings in Schweden stattgefunden - ist bei fast jeder Unterhaltung ein Thema. Immer noch.
 

Und noch eine Besonderheit haben die Inseln: die imposanten Tunnel als Verbindung zwischen den Inseln, in die man bis zu 120 Meter unter das Meer fährt. An der tiefsten Stelle sorgen blaue Lichtinstallationen für ein „schöööön“ und im Eysturoy-Tunnel, der die Inseln Streymoy und Eysturoy verbindet, gibt es seit Dezember 2020 den ersten Unterwasser-Kreisverkehr der Welt. 187 Meter unter dem Meeresspiegel des Atlantiks. Der färingische Künstler Trondur Patursson hat den Kreisverkehr entworfen, bunt beleuchtet ist er ein Fotomotiv für Beifahrer. 

Lichter, die kommunizieren
In den Tunneln der Insel kommt eine Besonderheit der neuen Q6 e-trons zum Zug: die innovativen Scheinwerfer, Rücklichter und die durchdachte Lichtsignatur, die Audi als Weltneuheit auf den Markt bringt. Wir erleben Scheinwerfer und Heckleuchten, die lebendig wirken.

„Wir gestalten nicht nur die Form des Lichts neu, sondern dessen ganze Bewegung. Das Licht im neuen Audi Q6 e-tron wirkt lebendig und funktioniert intelligent. Die Lichtsignatur erhält eine eigene Persönlichkeit und die digitale Welt damit eine eigene Ästhetik“, erklärt Cesar Muntada, Leiter Lichtdesign. Die sechs OLED-Panel mit 360 Segmenten (am Heck) schaffen mit einem eigenen Algorithmus Lichtbilder. Das Auto interagiert sozusagen mit Passanten oder Nachfahrenden. Etwa: Wenn Gefahr voraus ist, leuchten hinten rote Warndreiecke in der Lichtsignatur. Die Heckleuchten kommunizieren mit der Umwelt. Für Audi ist die neue Lichtkommunikation ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren. "Die Autos, irgendwann selbstfahrend, müssen stärker mit der Umwelt kommunizieren", sagt der Audi-Lichtexperte. 

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