E-Mobility
01.02.2017

Autos mit Hybridantrieb sind gefragt, E-Autos weniger

In Österreich gab es bei Elektro- und Hybridautos gegen Jahresende einen kräftigen Anstieg.

Der Absatz von Autos mit alternativen Antrieben in der EU wächst trotz hoher Nachfrage nach Fahrzeugen mit Hybridmotor nur wenig. Im letzten Quartal 2016 wurden gut 168.000 Wagen mit alternativem Antrieb zugelassen. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In Österreich stieg die Zahl der Autos mit Elektro- bzw. Hybridantrieb im Schlussquartal kräftig von 1.603 auf 2.447 (+53 Prozent). Im Gesamtjahr 2016 gab es ebenfalls ein Plus von 53 Prozent auf 9.028 Wagen, geht aus Zahlen hervor, die der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel veröffentlichte. Mehr als ein Drittel waren Hybridfahrzeuge.

Gemessen an den Pkw-Gesamtzulassungen (329.604 Autos im Jahr 2016) ist der Anteil von Autos mit alternativen Antrieben in Österreich noch gering, er liegt bei 2,7 Prozent.

Rückgang bei E-Autos

Während im vierten Quartal der Absatz von Hybridfahrzeugen in der EU um 25 Prozent auf knapp 77.000 Wagen zulegte, waren Elektroautos mit einem Rückgang von 16,5 Prozent auf 49.600 deutlich weniger gefragt als im Vorjahreszeitraum. Allerdings gab es im vierten Quartal 2015 eine besonders große Nachfrage nach Elektroautos, betonte der Verband. Das Interesse an Wagen mit Propan-, Ethanol- oder Erdgasantrieb ließ weiter nach.

Großen Zuwachs in den fünf wichtigsten Absatzländern erzielten die Märkte in Spanien (plus 50 Prozent), Deutschland (22 Prozent) und Großbritannien (15 Prozent). Treiber waren hier vor allem Elektro- und Hybridwagen. Italien und Frankreich ließen leicht Federn.

Im Gesamtjahr 2016 stieg die Zahl der EU-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf rund 610.000. Mit einem Plus von über 27 Prozent war auch hier der Zuwachs bei Hybridfahrzeugen am größten.

Diese Elektro- bzw. Hybridautos kommen 2017

Diese Elektro- und Hybridmodelle kommen 2017

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Opel Ampera-e…

Renault Zoe…

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Kia Niro 2016…

Toyota Prius 4. Gen. 2016…

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Schwache Nachfrage nach Elektroautos

Die deutsche Kaufprämie für Elektroautos stößt vor allem bei Privatkunden weiterhin auf eine schwache Nachfrage. Bis Ende Jänner wurden in Deutschland insgesamt lediglich 10.835 Anträge auf eine Prämie gestellt, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am Mittwoch mitteilte.

Davon waren rund 6.100 Anträge für reine Elektroautos und knapp 4.700 für Plug-In-Hybride. Nur 5.105 Anträge entfielen auf Privatpersonen, der Rest vor allem auf Unternehmen. Bis zum 1. Jänner 2017 hatte es 9.023 Anträge gegeben.

Die Kaufprämie kann seit Anfang Juli beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai gekauft wurden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es in Deutschland 4.000 Euro, für Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3.000 Euro. Mit der Prämie soll eigentlich die Nachfrage nach E-Autos angekurbelt werden.

Für E-Autos keine neuen Werke nötig

Die angekündigten neuen Elektroautos von Daimler sollen in bestehenden Mercedes-Werken gebaut und in die Serienproduktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor integriert werden. "Damit nutzen wir die Chancen der Elektromobilität optimal und begrenzen den Investitionsbedarf deutlich", erklärte Produktionschef Markus Schäfer am Mittwoch.

Die deutschen Werke Sindelfingen, Bremen und Rastatt sowie der Smart-Standort im französischen Hambach sollen Kompetenzzentren für die verschiedenen Größenklassen der Daimler-Elektromarke EQ werden. Der Stuttgarter Autobauer will bis 2025 mehr als zehn neue Modelle mit Batteriebetrieb auf den Markt bringen.

In den kommenden Jahren muss Daimler mehr als zehn Milliarden Euro in die Elektrooffensive investieren, zu der sich der Konzern unter dem wachsenden Druck strengerer Umweltvorschriften für Autos entschlossen hat. Für die Umstellung in der Produktion sollen die Mitarbeiter geschult werden. Mit den Zusagen zu den großen deutschen Mercedes-Standorten dämpft das Management die Sorge des Gesamtbetriebsrates.

Die Arbeitnehmer befürchten einen Schwund von Jobs, wenn die arbeitsintensiven Autos mit Benzin- oder Dieselmotor allmählich zum Auslaufmodell und von Elektroautos ersetzt werden, die mit viel weniger Aufwand gebaut werden können. In der Produktion wird dafür nach Schätzung des Betriebsrates nur ein Zehntel der Arbeitsleistung gebraucht. Der Betriebsrat begrüße die Entscheidungen sehr, erklärte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Die deutschen Werke müssten an der Elektrostrategie des Unternehmens teilhaben. "Es muss klar sein, dass die Arbeitsplätze trotz aller Herausforderungen sicher sind", ergänzte Brecht und forderte: "Das verlangt Zusagen für Investitionen, für Entwicklungs- und Fertigungsumfänge."

In Sindelfingen, wo die Oberklassewagen E- und S-Klasse vom Band laufen, sollen 125 befristete Arbeitnehmer für ein weiteres Jahr beschäftigt werden. Auch soll in dem mit 25.000 Mitarbeitern größten deutschen Werk ein neues Zentrum für Elektrik/Elektronik entstehen. Der Betriebsrat erklärte sich im Gegenzug bereit, über flexiblere Arbeitszeitmodelle zu verhandeln. Im Werk Bremen werden 150 Leiharbeitnehmer fest übernommen. Mercedes baut dort zehn Modelle, vor allem die C-Klasse. Es hat die Zusage für zwei EQ-Modelle, davon ein SUV.