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E-Mobility
03/11/2016

Mobilität: Was uns in Zukunft bewegen wird

Fahren wird rein elektrisch, mit Hybrid, Wasserstoff oder lassen wir uns via Smartphone und App leiten?

Die in Paris auf den Weg gebrachten Klimaziele sind nur mit einem signifikanten Anteil an Elektrofahrzeugen zu erreichen. Das sagt einer, für den der Blick in die Zukunft der Mobilität essentiell ist, der Vorstandsvorsitzende von VW Matthias Müller.

Gleichzeitig betont der VW-Chef, dass es eine gemeinsame Anstrengung von Wirtschaft und Politik braucht, um die Ladeinfrastruktur aufzubauen. Ohne sie wird es kein Vertrauen der Kunden in die Elektromobilität geben. In Deutschland sollen bis zum Jahr 2020 1 Million Elektroautos unterwegs sein – so der Plan der Regierung - doch derzeit hinkt man noch deutlich hinterher. Sind es bei unseren Nachbarn weniger als 30.000, so sieht es bei uns nicht viel anders aus. In Österreich wurden 2015 1677 Elektroautos neu zugelassen.

Trotzdem gehen die Voraussagen für die künftige Mobilität davon aus, dass Strom das Antriebselexir der Zukunft sein wird. Wenn auch die radikale Elektrifizierung (also Fahrzeuge, die nur einen E-Motor plus Batterie als Speichermedium als Antrieb haben) noch dauern wird.

Mehr Reichweite

Die derzeitigen Pferdefüße der Elektroautos wie Mehrkosten, lange Ladezeiten und geringe Reichweiten sollen schon bald kein Problem mehr sein. VW-Chef Müller kündigt Reichweiten von rund 500 km an und meint sogar, dass auf lange Sicht Elektroautos weniger kosten werden als Autos mit Verbrennungsmotor.

Der Treibstoffkonzern Shell erstellt in regelmäßigen Abständen Szenarien für die künftige Pkw-Motorisierung und blickt bis ins Jahr 2040. Bis 2030 wird, so die Prognose, der motorisierte Individualverkehr weiter zunehmen – während Verbrauch und Emissionen zeitgleich sinken. In den hochentwickelten Volkswirtschaften zeichnen sich aber Sättigungstendenzen ab und der Motorisierungsgrad nimmt langsamer zu (anders ist dies aber in den Schwellenländern: binnen 20 Jahren wird sich beispielsweise der Pkw-Bestand in Indien verdreifachen und in China sogar verzehnfachen). Die Energieagentur geht in ihrem Mobility Model aus dem Jahr 2013 von 1,7 Milliarden Pkw im Jahr 2035 aus. Bis 2050 sollen es 2 Milliarden sein, manche Szenarien gehen sogar von 3 Milliarden aus.

Wie funktionieren die alternativen Antriebe

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Die EU sieht vor, dass der CO-Ausstoss der Neuwagen-Flotte bis zum Jahr 2020 auf 95 Gramm pro Kilometer reduziert wird. Will man CO2 reduzieren, so kommt dem Benzin-Hybrid derzeit das höchste Potenzial zu. Für das Jahr 2030 geht Shell in den Vorhersagen für den deutschen Markt davon aus, dass rund 1 Million der 2,9 Mill. neu zugelassenen Pkw mit Benzin-Hybridantrieb ausgerüstet sind. 2040 sollen rund 11% der neu zugelassenen Autos einen Plug-in-Hybrid haben. Alternativmodelle rechnen sogar mit einer schnelleren Durchdringung des Markts mit elektrifizierten Antrieben. Nach diesem Modell wären 2040 nur mehr 5% der zugelassenen Pkw klassische Benziner und 22% Diesel. Elektroautos mit Batterie bzw. Plug-in-Hybrid-Modelle wären nach diesen Berechnungen im Jahr 2030 bei über 20%.

Wasserstoff

Ab 2020 sollen auch die mit Brennstoffzellen (also mit Wasserstoff fahrenden) ausgerüsteten Autos zunehmend eine Rolle spielen. Auch hier bedarf es – analog zum Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die Elektroautos – einer Versorgung mit Wasserstofftankstellen. In Deutschland soll das Netz bis 2023 auf 400 Tankstellen wachsen, ähnliche Pläne gibt es für Märkte wie England oder Frankreich.

Wie beim Fahrstrom spielt beim Wasserstoff seine Herkunft eine zentrale Rolle für die Treibhausgasbilanz. Wasserstoff wird heute in der Regel durch Reformierung aus Erdgas hergestellt, kann aber auch mittels Elektrolyse aus (überschüssigem) erneuerbarem Strom produziert werden (Power-to-Gas).

Gleichzeitig ist aber ein Trend zu wachsenden Bevölkerungen in den Städten beobachtbar. Im Jahr 2050, so die Schätzungen, werden 6,3 Milliarden Menschen in Städten wohnen. Eine Herausforderung auch für das Thema Mobilität.

Mobilitäts-App

Bereits heute gibt es Mobilitätslösungen, die die Nutzer von A nach B dirigieren, ohne dass man ein eigenes Auto besitzt. Ein so ein Modell heißt Moovel (ein Tochterunternehmen von Daimler). Man gibt via App am Smartphone sein gewünschtes Ziel ein und bekommt einen Vorschlag für die geeigneten Verkehrsmittel. Das kann Bahn, Bus, Carsharing-Anbieter wie car2go, mytaxi oder Mitfahrrad sein. Auch bezahlen kann man via Smartphone-App. Derzeit ist Moovel nur in Deutschland verfügbar.