meinung
04/08/2019

Die neue Masse

E-Mobilität: über den Unterschied zwischen Fahrzeugmasse und Massenpublikum.

von Maria Brandl

Es ist erst rund 10 Jahre her, dass die ersten Elektro-Autos der neuen Generation nach Österreich rollten.

Es waren kleine Autos wie der Mitsubishi i-MiEV oder der norwegische Spartaner Think, die von der E-Fan-Gemeinde freudig begrüßt wurden, darüber hinaus aber wenig Echo fanden. Zu sehr bestätigten sie das Vorurteil vieler Elektro-Skeptiker, dass E-Autos überteuerte Verzichtsmobile seien.

Für den großen Stimmungswandel sorgte Elon Musk bei Tesla, der schnittige Modelle auf die Räder stellte, die elektrisch fuhren, gut aussahen und Spaß machten. Dieser Ruf hielt sich umso besser, als die Tesla-Modelle viel zu teuer für den Massenmarkt waren und somit für die meisten ein unerreichbares Objekt der Begierde blieben. Der Versuch von BMW, mit einem Kohlefaser-Elektro-Auto zu einem leistbareren Preis für ähnliche Furore, aber auch gute Gewinne zu sorgen, zeigte dagegen wenig Erfolg.

Kein Wunder, dass sich andere europäischen Oberklasse-Hersteller wie Jaguar, Audi und Mercedes lieber an Tesla orientierten und ähnlich dem Tesla Model X ebenfalls mit Elektro-SUV beginnen. Der Jaguar I-Pace war der Erste, der Audi E-Tron ist der Nächste, Mercedes und Porsche folgen. Allen gemein sind Batterien mit dem Gewicht eines früheren Kompaktwagens (rund 700 kg), ein Gesamtgewicht von um die 3 Tonnen und eine wenig Parkplatz-taugliche Größe.

Ob das die Klimakatastrophe bremsen wird, bleibt abzuwarten. Zudem gibt es offenbar viele Kunden bei uns, die es „klein und einfach“ wollen – und 13 Monate auf ein Auto wie den Suzuki Jimny warten.