meinung
08/13/2019

Die versteckte Autosteuer

Dass Österreich EU-weit die zweithöchsten Besitz-Steuern auf Autos hat, wird gern vergessen

Langgediente Autofahrer werden sie noch kennen. Die Stempelmarke, mit deren Kauf man Monat für Monat die Besitzsteuer für seinen Pkw an den Staat abgeliefert hat. Der Gang zur Trafik und das Einkleben der dort erstandenen Marke in das bei Verkehrskontrollen vorzuweisende Stempelmarken-Heft war zwar ein lästiges Ritual, aber es hielt das Bewusstsein dafür wach, wie hoch die Steuer für das jeweilige Fahrzeug war.

Seit es dem Staat im Zuge der Modernisierung gelungen ist, aus den Stempelmarken eine „motorbezogene Versicherungssteuer“ zu machen und sie in den Kosten der Haftpflichtversicherung untergehen zu lassen, ist das anders. Das zeigt sich auch daran, dass in den Diskussionen um die gegenüber dem benachbarten Ausland etwas geringeren Spritpreise bei uns diese Komponente der Auto-Betriebskosten kaum vorkommt. Dies obwohl österreichische Autofahrer laut einer Studie der EU-Kommission die zweithöchsten Besitzsteuern aller Staaten der Union abzuliefern haben. Was den Bestrebungen zuwiderläuft, die Auto-Nutzung vermindern zu wollen. Denn auch die nun doch noch kommende Reform der autobezogenen Steuern, wie sie von der letzten Kurzzeit-Regierung vorgelegt wurde, ändert wenig daran. Wer aber für sein Auto auch dann viel Steuer zu bezahlen hat, wenn er es gar nicht benutzt, wird es öfter verwenden, als er vielleicht müsste. Schon alleine, um die Kosten zu amortisieren.