meinung
25.02.2018

Elektrisch gedieselt

über den Begriff "elektrifiziert"

Seit der Diesel-Affäre hat der Verbrennungsmotor insgesamt schlechte Karten in der Öffentlichkeit. Wer immer sich in Diskussionen oder privatem Small Talk fortschrittlich geben will, zeigt sich überzeugt davon, dass es sich dabei um alte  Technologie handelt. Egal, ob mit Benzin oder Diesel  betrieben, er sei schlicht überholt und würde ohnehin in Kürze von Elektromotoren ersetzt werden.

Untermauert wird diese Einschätzung von  Zukunftsszenarien und Experten-Prognosen, in deren Zahlenwerk unter dem Begriff „elektrifiziert“ vieles zusammengefasst wird, was man gerne als „elektrisch“ versteht, mit reinem Elektroantrieb aber nichts zu tun hat.

Was dabei gerne vergessen bzw. unter den Tisch fallen gelassen wird, ist der Umstand, dass bei Hybrid- und erst recht bei Plug-in-Hybrid-Antrieben Verbrennungsmotoren im  Einsatz sind. Diese weiter zu entwickeln und noch effizienter und abgasärmer zu machen, ist daher weiterhin eine der zentralen Aufgaben der Hersteller. Auch wenn sie derzeit nicht so viel Applaus dafür bekommen wie für Meldungen über neue Batterien.

Und wie der Genfer Autosalon zeigen wird, feiert sogar der verpönte Diesel als Basis von Plug-in-Hybrid-Modellen ein Comeback. Eine pragmatische Lösung, weil damit die Praxis-Verbrauchswerte der Teilzeit-Stromer sinken können. Und die betreffenden Modelle gehen in der öffentlichen Wahrnehmung weiter als Elektro-Autos durch.