meinung
04/14/2020

Elektrodenken

Im Alltag zeigt sich schnell, wofür Elektroautos taugen und wann man sie besser stehen lässt.

von Sandra Baierl

Die Diskussionen zwischen Elektroautofans und Anhängern von Verbrennungsmotoren sind immer lustig. Obwohl sie sich ständig um die gleichen Details drehen: Welcher Antrieb ist wirklich umweltfreundlicher? Wie viel Reichweite schafft man mit dem Elektroauto im Echtbetrieb? Welcher Antrieb ist praxistauglich? Die Sache mit der Umweltfreundlichkeit ist kompliziert, die Reichweite von Elektroautos eindeutig niedriger und die Praxistauglichkeit von E-Autos nur dann gegeben, wenn man umdenkt.

Im Alltag zeigt sich nämlich schnell, wofür Elektroautos taugen und wann man sie besser stehen lässt. Kurze Strecken, Stadtverkehr, schnell mal wohin düsen – also die absolute Mehrheit unserer üblichen Autofahrten – sind mit dem Elektroauto herrlich und ohne grobe Einschränkungen zu machen. Man liebt schnell das lautlose Gleiten, das stufenlose Beschleunigen, man gewöhnt sich ans Aufladen über die Steckdose, auch daran, dass das länger dauert als Treibstoff tanken. Längere Fahrten sind hingegen aufwendiger und brauchen Planung: nach 150 oder 200 Kilometer ist die Batterie leer, ein längerer Ladestopp steht an (ich weiß, liebe Tesla-Fahrer, für euch nicht). Das ist mühsam und in der Praxis oft auch nicht so einfach wie viele es gerne hätten.