meinung
01/10/2021

Ernsthaft?

In der Realität ist der Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge bisher verhalten.

von Sandra Baierl

Es wird – theoretisch – ernster. Im vergangenen Jahr wurden die Vorgaben und Abgaben für -Emissionen massiv verschärft. Mit dem Ziel, den Verbrennungsmotor in wenigen Jahrzehnten gänzlich zu verbannen. Die EU spricht von einer -Neutralität bis 2050 (mit ersten Vorgaben bis 2030), in Japan wurde noch kurz vor Weihnachten ein Verkaufsverbot für Verbrennungsautos ab 2035 beschlossen.

In der Realität ist der Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge bisher verhalten. Seit den 1990ern ist die Elektromobilität wieder Thema, 2006 kam mit dem Tesla das erste serienmäßig gefertigte E-Auto auf den Markt. Das ist 14 Jahre her. Und immer noch fehlt den E-Autos vielfach die Alltagstauglichkeit. Die Reichweiten sind zu gering, ein dichtes Ladenetz fehlt, die Akku-Ladedauer ist viel zu lang, die Preise für die E-Fahrzeuge sind zu hoch. Ein deutscher Autobauer zierte sich fast acht Jahre, um einen Nachfolger für sein erstes E-Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Weshalb die Zahlen nicht verwundern dürfen: 2020 waren, trotz stattlicher staatlicher Förderung, nur fünf Prozent der Neuzulassungen Elektroautos, 80 Prozent aller E-Autos in Österreich sind Flottenwägen – Umweltgewissen nur auf Firmenkosten.

Klimaziele sind richtig und notwendig. Damit in dieser Causa nicht das Gleiche passiert wie beim Atomausstieg (hin und her seit Jahrzehnten), braucht es nicht nur Vorgaben, sondern eine Ernsthaftigkeit von allen Seiten: ausgereifte Technologien, Infrastruktur und Konsumenten, die an eine E-Zukunft glauben und in sie investieren.

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