meinung
24.10.2018

"Geht uns nichts an"

Warum die Vogel-Strauß-Politik nicht reichen wird, wenn es mehr E-Autos geben soll.

Wenn es um die Elektro-Mobilität geht, so gibt es nur Sonnenschein, keine Staus, keine schlechte Luft, kurz, nur die heile Welt. Nicht nur vonseiten privater
E-Fans, sondern auch der Autohersteller, sofern sie E-Mobile in ihrem Programm haben.

Fragen nach einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur oder gar nach einer entsprechenden Stromversorgung werden noch immer von vielen Automanagern als persönlicher Angriff betrachtet und gerne mit dem Ausspruch „Geht uns nichts an“ beantwortet. Um die Versorgung von Benzin und Diesel kümmere man sich schließlich auch nicht und dennoch funktioniere sie seit Jahrzehnten problemlos.

Doch inzwischen wird immer klarer, dass sie mit dieser Einstellung ein Problem haben werden. Und zwar ein sehr teures. Denn ab 2020 müssen die Autohersteller in der EU den durchschnittlichen Verbrauch ihrer zugelassenen Neufahrzeuge  auf 95 g/km  senken. Davon ist man heute weit entfernt. Für jedes Gramm darüber droht eine Strafzahlung von 95€ pro Pkw seitens der EU. Um dies zu vermeiden, versuchen sie nun verstärkt, E-Autos in den Markt zu bringen, die als -frei gelten, egal, woher der Strom kommt. Dies trifft vor allem deutsche Hersteller, die inzwischen erkannt haben, dass sie sich auch um eine Ladeinfrastruktur kümmern sollten.

Bleibt die Frage nach dem Strom. Laut Porsche verdoppelt ein E-Auto beinahe den Strombedarf eines Dreipersonen-Haushalts. Das geht uns alle an, Kunden, Industrie und Politik. Der Strom kommt zwar aus der Steckdose – aber nur, wenn er vorher erzeugt und dann auch zur Steckdose geleitet wird.