meinung 15.02.2018

Mehr Sicherheit

über Crashtests

Im Vorjahr feierte die private Crashtest-Plattform Euro-NCAP ihr 20-jähriges Bestehen. Sie hat sich seit 1997 trotz enormer Anfeindungen als Kontrollinstanz durchgesetzt. Auch weil sie sich stets weiterentwickelte. Heute würde es kein Hersteller mehr wagen, in Europa ein Modell anzubieten, das beim Euro NCAP-Crashtest schlecht abschneidet. Auch chinesische Hersteller nicht.
Natürlich gab es schon vor 1997  große Erfolge in Sachen Sicherheit, man denke nur an die Entwicklung der Knautschzone bei Mercedes durch den gebürtigen Niederösterreicher Bela Barenyi oder des Sicherheitsgurtes durch den  Schweden Nils Bohlin bei Volvo. Aber das Engagement variierte von Hersteller zu Hersteller.  Und der wenig fordernde EU-Basis-Crashtest kam sehr spät. Da waren die USA schon deutlich weiter. Auch NCAP sorgte dort schon viel früher für Druck.

Dass diesbezüglich selbst heute noch wenig freiwillig bei vielen Herstellern passiert und manche Regierungen durch lasche Vorgaben eher die Hersteller als ihre Staatsbürger schützen, zeigen die schlechten Crashtest-Ergebnisse in jenen Weltregionen, wo NCAP erst seit Kurzem präsent ist. Selbst Modelle, die in Europa oder die USA Bestwerte erzielen, verfügen in armen Ländern nicht einmal über eine Basissicherheitsausstattung. Erst der Druck durch NCAP bringt erste Erfolge.

Eine unabhängige Kontrolle durch private Prüfanstalten wird auch die Abgaskontrolle sicherer machen. Dass die Kontrollen durch die Hersteller selbst oder von ihnen bezahlten Anstalten nicht reichte, ist hinlänglich bewiesen. Das hat auch die EU erkannt.

( motor.at ) Erstellt am 15.02.2018