meinung
05/02/2020

Noch ein Abo

Ob gerade die jüngere Generation, eine definierte Zielgruppe des Auto-Abonnements, das in großem Stil nützen kann und will, ist wohl auch eine Geldfrage.

von Sandra Baierl

Die Menschen, vor allem die jüngeren Generationen, wollen lieber Nutzer als Eigentümer sein. Bücher, Musik, Filme und Serien, Speicherplatz – mit einem Abo und zum monatlichen Fixpreis steht das alles zur Verfügung – man verwendet, liest, schaut, hört, aber besitzt nicht mehr. Manchmal nennt man so etwas auch „Mitgliedschaft“, manchmal „Flatrate“ – dahinter steht immer ein Geschäftsmodell, bei dem es für die Vermieter um automatisiert wiederkehrende Einnahmen geht. Ein Modell, das jetzt auch in der Autobranche zum Glück verhelfen soll.

Das passt in eine Zeit, in der alles möglichst flexibel und unverbindlich gehalten wird: das Auto verwenden und dafür bezahlen, wenn man es braucht. Es abstoßen, wenn man es nicht mehr braucht oder es einem nicht mehr gefällt. Ob gerade die jüngere Generation, eine definierte Zielgruppe des Auto-Abonnements, das in großem Stil nützen kann und will, ist wohl auch eine Geldfrage. Ein Auto ist kein Streamingdienst, die monatlichen Kosten liegen jenseits der 400 Euro. Bei Akademiker-Einstiegsgehältern von 2.500 bis 3.000 Euro – brutto – keine Ausgabe, die man so leicht tätigen kann. Aber das gilt für das eigene Auto generell – egal ob gekauft, geleast oder abonniert.