Tests 10/18/2017

Toyota Yaris: Alles andere als eine rollende Verzichtserklärung

Toyota Yaris: Alles andere als eine rollende Verzichtserklärung
© Toyota

Der Kleinwagen mit Vierzylinder-Benziner für alle, die ohne Hybrid-Antrieb auskommen wollen.

Die Zeiten, als Kleinwagen rollende Verzichtserklärungen waren – dünnwandig, anspruchslos und schlecht ausgestattet – sind endgültig vorbei. Und der Toyota Yaris ist ein gutes Beispiel dafür, was heutzutage Autos der Vier-Meter-Klasse so alles können.

So darf warmherzig akklamiert werden, dass im Yaris – bereits ab der Basisausstattung Young – das sogenannte Toyota Safety-Sense-Paket aufpreisfrei mit an Bord ist, in dem Kollisionswarner, Pre-Crash-Bremsassistent, Spurwechselwarner und automatisches Fernlichtsystem inkludiert sind. Das ist insofern nicht ohne Bedeutung, weil der Fernost-Mini in dieser Konfiguration dann immer noch sehr günstige € 10.990,– kostet und man dann sogar auch noch Bluetooth-Freisprech-System, Klimaanlage, CD-Radio USB-Anschluss und Zentralverriegelung mit Fernbedienung dazubekommt.

Wer sich – wie im vorliegenden Fall der Motor-KURIER – für die gehobene Style-Ausstattung um € 16.990,– entscheidet, wird zusätzlich mit 16-Zoll-Alus, Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht und -rückleuchten, 7-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera, elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbaren Seitenspiegeln, höhenverstellbarem Fahrersitz sowie Tempomat verwöhnt.

© Toyota

Nicht verschwiegen soll aber werden, dass selbst Toyota-Finanzmenschen nicht zaubern können, was sich in – sagen wir’s so – kostenoptimierter Materialstruktur der Cockpitlandschaft manifestiert.

Zwischen-Resümee: Toyota liefert ein im Vergleich zum Vorgängermodell unglaublich erwachsen gewordenes Auto, das alle Annehmlichkeiten mitbringt, die bis jetzt in dieser Klasse nicht Standard waren.

© Toyota

Kein Diesel mehr

Bemerkenswert ist auch, dass Toyota ganz gegen den Downsizing-Trend auf kleinvolumige, aufgeladene Dreizylinder verzichtet – und statt derer einen 1,5 Liter-Vierzylinder mit konventioneller Benzineinspritzung unter die knackig-kurze Motorhaube schraubt.

Den Vierzylinder als Schwachpunkt im ansonsten sehr gut gemachten Toyota-Package zu verurteilen, wäre unfair und stark übertrieben – so richtig zu begeistern vermag der 1500er aber eben auch nicht: 111 PS hören sich bei einem Gewicht von knapp über 1000 Kilo verheißungsvoll an, erweisen sich aber in der Fahrpraxis als mäßig temperamentvoll.

Da rächt es sich, dass das ganz aus Alu gefertigte Aggregat ohne Turbolader auskommen muss. Wer zügig vorankommen will, muss – wegen des dünnen Drehmoments von 136 Newtonmeter bei späten 4400 Touren – oft die Übersetzungen wechseln, was aber wegen des leichtgängig zu schaltenden Getriebes keine übertrieben große Mühen bereitet.

Technische Daten

Antrieb: 4 Zylinder, Benzin, Saugrohreinspritzung, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf und -block; Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe;

Hubraum: 1497 cm³

PS/kW: 111 PS/82 kW

Maximales Drehmoment:136 Nm bei 4400 U/min

Spitze 175 km/h. 0–100 in 11,5 Sekunden; Euro 6.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Verbundlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H):3945 x 1695 x 1510 mm

Wendekreis: 10,0 m Radstand: 2510 mm Kofferraum: 286–768 l

Gewicht: 1040 kg/Gesamtgewicht: 1545 kg Tankinhalt: 42 l

Normverbr.: 5,0 l/100 km112 g/km CO²

Testverbr.: 6,1 l/100 km

Preis:16.990 €

Preis Testwagen:16.990 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:431,52 €

 

(Kurier) Erstellt am 10/18/2017