News 23.04.2012

Audi S6/S7: "S" steht für schnell

Audi S6/S7: "S" steht für schnell
© Hersteller / Audi

V8, zwei Turbolader, 420 PS: Nach läppischen 4,6 Sekunden kann man Tempo 100 fahren. Und die Hälfte der Zylinder arbeitet nur, wenn es unbedingt sein muss.

Das Rezept kommt bekannt vor und wird seit Kurzem bei einem gewissen Bayern eingesetzt. Raus mit dem Zehnzylinder, rein mit dem Achter, rein mit zwei Turbos – und ab die Post. Für die drei Audi-Modelle S6 (Stufenheck), S6 Avant (Kombi) und S7 (Fünftürer) fügte es sich, dass da grade ein neu entwickelter 4,0-l-V8 zur Hand war. Der werkt, dort allerdings um 100 PS stärker, auch im S8 (und in Bentley-Modellen).

Eiliger Lastwagen: Als Avant macht auch der S beste Figur.
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Im S6/S7 sind 420 Pferdchen versammelt, um das jeweilige Auto in 4,6 bzw. 4,7 Sekunden (Avant und Fließheck) auf 100 km/h zu befördern. Allrad ist immer dabei, sonst wär’s schwierig, die Kraft auch sinnvoll auf die Straße zu kriegen. Und ein Siebengang-Automat (feines Doppelkupplungsgetriebe) hilft mit, bis zu 550 Nm auf die Räder zu wuchten.

Zylinder

S-Cockpit: Übliche Insignien – und ziemlich viele Knopferln.
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Einen eleganten Trick, den Audi schon im S8 vorgestellt hat, beherrscht auch der Motor im S6/S7: Wenn das Triebwerk nicht richtig gefordert wird (eines der Limits ist z. B., dass nicht mehr als 200 Nm abgerufen werden), schaltet es einfach die Zylinder Numero 2, 3, 5, und 8 ab. Das Ding läuft dann auf vier "Häferln". Damit der Unterschied nicht hörbar wird, ist a) der Motor toll verpackt und werden b) gezielt Geräusche in den Innenraum geschickt, die störenden Schall eliminieren sollen. Ähnlichen Aufwand betreibt Audi auch bei den Motorlagern.

Akustisch ist das absolut überzeugend gelungen. Unterm Strich klingt der S6 sogar schon etwas zu zurückhaltend, es gab da intensive Diskussionen, berichten Audi-Techniker. Die Sache mit den Zylindern soll übrigens gut fünf Prozent Triebstoffersparnis bringen. Die Normverbräuche liegen bei 9,6 bzw. 9,7 l/100 km, auf dem Prüfstand jedenfalls.

Erstmals: A7, auf V8 und "S" erstarkt.
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Ausgezeichnet gelungen ist die Abstimmung der (serienmäßigen) Luftfederung im Komfort-Modus. Insgesamt macht der S6/S7 einen äußerst souveränen Eindruck. Das (noch immer hohe) Eigengewicht von mindestens 1895 kg ist ihm angesichts der – eigentlich recht unspektakulär einsetzenden – Kraftfülle nie anzumerken. Sportsitze vorn, 19-Zoll-Räder und Xenon-Plus-Scheinwerfer sind schon serienmäßig dabei.

Wie üblich gibt es Dutzende Assistenten und noch viel mehr an technischen Feinheiten in der Liste, über der als Titel quasi "Aufpreis" steht. Da gehören dann so Dinge wie Keramikbremsen, Nacht­sichtassistent (Fußgängererkennung), Head-up-Display oder Sportdifferenzial dazu. Nach wie vor lässt sich Audi auch spezielle LED-Scheinwerfer extra bezahlen.

Zu haben sind die S6/S7-Modelle ab Juni. Für die Limousine werden mindestens 87.620 Euro fällig, für den S7 Sportback mindestens 99.840 Euro. Der Preis für den Kombi wird in Kürze nachgereicht.

(Kurier) Erstellt am 23.04.2012