News
08.12.2011

Aus Fehlern lernen

Die jedes Jahr um Wochen früher startende Prognose-Saison und ihre Auswüchse.

Fataler hätte es kaum laufen können. Vom konstant zu hohen Yen-Kurs und schleppendem Absatz zu Hause und auf dem größten Exportmarkt USA ohnehin schon genug gebeutelt, haben die japanische Autoindustrie heuer auch noch Naturkatastrophen eingeholt. Gerade erst halbwegs wieder auf den Beinen nach dem Tsunami und seinen fatalen Folgen, setzten die apokalyptischen Überschwemmungen in Thailand im Herbst dort wieder mehrere Fabriken der Japaner außer Gefecht.

Auf der heuer erstmals im Dezember stattfindenden Tokio Motor Show versuchen die heimischen Hersteller daher ein Signal an die Welt zu senden, dass man wieder auf den Beinen ist und sich für die Zukunft einiges vorgenommen hat. Vor allem, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Denn die Krise der einst so gefürchteten japanischen Autoindustrie hat nicht erst mit Tsunami und Fukushima eingesetzt. Der Marktanteil von Toyota & Co in Europa sinkt schon seit Jahren kontinuierlich. So konnte man etwa in Österreich 2007 noch 17,4 % des Marktes für sich verbuchen, im laufenden Jahr sind es bis Oktober nur noch 11,6 % gewesen.

Verfehlte Modellpolitik und Qualitätsprobleme durch zu schnelles Wachstum hat etwa Platzhirsch Toyota als Eigenfehler nicht nur erkannt, sondern dies - in Japans Management-Kultur bisher eher ungewöhnlich - auch öffentlich zugegeben. Und damit den ersten Schritt zurück zu alter Stärke getan.

Auch wenn der Weg dorthin angesichts der Konkurrenz aus Korea und China sehr steinig sein wird.

horst.bauer(at)kurier.at