© Nissan

Fahrbericht
07/21/2022

Ausfahrt mit dem neuen Nissan Ariya

Nach dem Leaf kommt der Ariya. Damit bringt Nissan ein weiteres Elektroauto für sein Sortiment. Wir haben eine erste Ausfahrt unternommen

von Michael Andrusio

Ziemlich genau zwei Jahre sind vergangen, seit Nissan den Ariya angekündigt hat. Das ist eine relativ lange Zeit, wobei sich die Nissan-Entwickler beeilen zu erklären, dass man seither mit Entwicklungsarbeit und Verbesserungen am Auto beschäftigt war.

Tatsächlich kommt der Ariya nun auf den Markt. Und nach dem ersten Kennenlernen auf abgesperrter Strecke, konnten wir das Elektroauto nun erstmals auf öffentlichen Straßen bewegen.

Technisch basiert der Ariya auf der CMF-EV-Plattform (die auch den Unterbau für den elektrischen Megane von Renault bildet) und schaut optisch ein wenig nach SUV mit einem Hauch von Coupé aus – jedenfalls ziemlich adrett. Bleiben wir gleich beim Thema Design. Noch besser gefallen hat uns die Gestaltung des Interieurs. Mit einer feinen Materialauswahl, holzartigen Leisten, die Schalter und Knöpfe integriert haben und interessanten Detaillösungen – etwa ein Fach in der Mitte, das auf Knopfdruck elektrisch ausfährt wie ein Nachttischlad’l oder beleuchtete Elemente unter dem Instrumententräger bzw. in den Türen.

Bild links: © Nissan

Bild rechts: © Nissan

Angenehm auch die verschiebbare Mittelkonsole. Was das Wesen eines „Zero Gravity“-Sitzes ausmacht, hat sich uns nicht wirklich erschlossen, Fakt ist aber, dass man bequem sitzt und man das Gestühl nicht nur heizen, sondern auch belüften kann. Das Platzangebot ist ohne Fehl und Tadel, auch hinten sitzt man – trotz abfallender Dachlinie – bequem.

63-kWh und 160 kW

Für unsere Ausfahrt steht uns der Ariya mit 63 kWh-Stromspeicher und 160 kW E-Motor, der die Vorderräder antreibt, zur Verfügung. Die Reichweite gibt Nissan hierfür mit 403 Kilometer an und auf den Straßen rund um Stockholm (wo das Tempolimit selten einen dreistelligen Wert erreicht) lässt sich diese Zahl auch in der Praxis erreichen. Aber grundsätzlich animiert der Nissan zum entspannten Fahren und fährt so leise, wie man es von Elektroautos gewohnt ist. Die Beschleunigung ist – so man es darauf anlegt – auch mit dem kleineren E-Motor sehr flott. Und man kann auch einen Sportmodus aktivieren, der interessanterweise die Lenkung sehr schwergängig wirken lässt. Für die Feinjustierung der Verzögerung hat man zum einen den B-Modus, der etwas sanfter ans Werk geht und das über Tastendruck zu aktivierende e-pedal. Hier ist die Verzögerung intensiver, geht aber nicht bis zum Stillstand – unter 10 km/h gibt’s kein e-pedal, das Feedback der Leaf-Fahrer hat das so ergeben.

Wie sieht es mit dem Laden aus? Mit Wechselstrom ist das Laden mit bis zu 22 kW (dreiphasig) möglich, mit DC-Anschluss geht es mit bis zu 130 kW. Neben dem 63-kWh-Akku ist auch ein 87 kWh-Akku zu haben, dann in Verbindung mit 178 kW-Motor. Hier steigt die Reichweite auf 533 Kilometer. Und darüber gibt es den Ariya mit 87-kW-Akku und 225 kW, bei dem die Kraft dank zwei E-Motoren mittels Allradantrieb auf die Straße gebracht wird.

Die Preise beginnen bei 54.000 Euro für die kleinere Batterie-Version mit Basisausstattung. Die 87-kWh-Akkuvariante bekommt man ab 64.500 Euro (dann auch mit erweiterter Ausstattung), der Allradler startet bei 67.500 Euro. Die ersten Autos kommen Ende September zu uns.

Antrieb: Elektromotor mit 160 kW, Drehmoment 300 Nm, Akku: 63 kWh (netto), Frontantrieb

Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 7,5 Sekunden, Spitze 160 km/h, Reichweite 403 km (WLTP)

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4595 x 1850 x 1660 mm; Radstand 2775 mm, Kofferraumvolumen 468 Liter

Preis: ab 54.000 Euro

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