Skoda Octavia RS

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Fahrbericht
07/13/2017

Skoda Octavia RS: So eine Art Schwarzfahrer

In der neuesten Version erzählt der Zusatz 245, was unter der Haube geschehen ist.

Neuerdings geht im VW-Konzern einiges im Gleichklang, und damit ist nicht der Umgang mit Dieselabgasen gemeint.

Vielmehr hat die Anhebung der Leistung bei VW Golf GTI Performance und Skoda Octavia RS annähernd im Gleichklang stattgefunden. Früher wurde unter Einbeziehung von Seat ungefähr semesterweise lizitiert, nicht selten war VW der verordnete Nutznießer. Jetzt ist das aufgelöst, der GTI ist seit kurzem mit 245 PS statt 230 PS bestellbar.

Detto der Octavia RS.

Die Mehrleistung im Octavia stammt aus einigen kleinen Änderungen in der Motorsteuerung, der RS 245 ist damit der potenteste Octavia der Firmengeschichte. Das Facelift der Modellreihe wurde ja schon vorgestellt, entsprechend übernimmt jetzt natürlich auch der RS alle Änderungen. Allerdings mit kleinen Eigenheiten: Nahezu sämtliche Detailänderungen sind beim RS Schwarz, vom kompletten Kühlergrill bis zu den Scheinwerferumrandungen, den Außenspiegelgehäusen, der Dachreling (beim Kombi) und selbst bis hin zu den trapezförmigen Auspuffblenden.

Doppelkupplungsgetriebe

Auch innen, wo Alcantara-Sitzbezüge und einzelne RS-Stickereien warten, ist der Großteil in Schwarz gehalten. Erstmals findet sich wahlweise nicht nur ein Schalthebel, sondern auf Wunsch ein Wählhebel für ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Und für Sportive mit kälteempfindlichen Händchen ist eine Lenkradheizung im Programm, wer’s braucht.

Der Fahrbetrieb: Vorbildlich, wie schon seit geraumer Zeit. Das optionale Dynamikfahrwerk (Adaptive Chassis Control/ACC) kann deshalb locker eingespart werden, es sei denn, die angespitzte Lenkung oder geänderte Getriebekennlinien sind wirklich von Bedeutung. Vorne gibt’s die elektronisch geregelte Achs-Quersperre (Lamellenkupplung), eine segensreiche Entwicklung. Insgesamt bewegt sich der RS sehr überzeugend in allen Lebenslagen, außer vielleicht beim brachialen Anfahren auf Nässe. 0 auf 100 km/h ist in 6,6 Sekunden erledigt, der Kombi braucht eine Zehntelsekunden länger.

Was noch zu erwähnen ist: Teilweise gegen Extra-Geld ist der Octavia mit beinahe allen nur denkbaren Assistenzsystemen bestückbar, was in dieser Klasse nicht gar so selbstverständlich ist. Der größte erhältliche Bildschirm in der Mittelkonsole zeigt edle Glasoptik, aber leider auch jedes einzelne Staubkörnchen im Auto.

Und, ach ja, der Preis: Mit (ab) € 36.740,– ist der Skoda schon eine Ansage, zumal er doch deutlich mehr Platz bietet als sein Golf-Bruder.