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03/04/2019

Ausfahrt mit dem Suzuki Vitara nach dem Facelift

Der 1.0 BoosterJet ist der Motor der Wahl.

Citroen C3 Aircross, Fiat 500X, Ford EcoSport, Hyundai Kona, Jeep Renegade, Kia Stonic, Mazda CX-3, Nissan Juke, Opel Crossland X, Opel Mokka X, Peugeot 2008, Renault Captur, Seat Arona, SsangYong Tivoli, VW T-Roc, bald auch noch VW T-Cross, Skoda Kamiq, DS 3 Crossback: Der Markt der kleinen SUVs ist nahezu unüberschaubar geworden. Kleiner ist die Auswahl, wenn das Auto Allradantrieb haben soll. Dann bleibt unter anderem der Suzuki Vitara. Er hat im Herbst 2018 ein Facelift erhalten. Wir haben das Auto getestet.

Was ist das für ein Auto?

Den Vitara, zeitweise auch Grand Vitara, gibt es in bereits seit 1988. Anfangs ein Geländewagen, entwickelte sich das Auto immer mehr zum SUV. Die vierte Generation erschien 2015, nun folgt das übliche Facelift. Mit 4,17 Meter Länge ordnet sich der Vitara in der oben umrissenen Gruppe der kleinen SUVs etwa in der Mitte ein.

Welche Versionen gibt es?

Der Wagen wird mit zwei Turbobenzinern angeboten, die 1.0 Boosterjet (112 PS) und 1.4 Boosterjet (140 PS). Optional gibt es für beide Allradantrieb und Automatik. Der Diesel entfiel (wie beim SX4 S-Cross) schon im August 2018, wegen der verschärften Abgasnormen. Damit gehört Suzuki zu den inzwischen zwölf Marken – ein rundes Viertel aller Marken überhaupt --, die keinen Selbstzünder mehr anbieten wollen.

Was ist neu am Design?

Natürlich zunächst mal das Design. Auffällig sind die sechs senkrechten Zähnchen im Grill, die bei den höheren Versionen in Chromoptik erscheinen, und die bogenförmigen Erweiterungen der bisherigen „Walross-Zähne“. Hinten gibt es nun massigere Rückleuchten, die mit LED-Technik arbeiten, während die Blinker nach wie vor traditionelle Birnchen enthalten. Außerdem gibt es einen anders geformten „Unterfahrschutz“. Die neue Front wirkt etwas robuster als bisher, sie gefällt mir. Nicht so gelungen finde ich die über die Karosserie hinausreichenden Rückleuchten und dass die Heckschürze nicht weit genug nach unten – so bleibt der querliegende Auspufftopf von hinten sichtbar. Beim Allradler wird sich der Hintermann vielleicht auch über die rotierenden Teile am Unterboden (die austretenden Achsen an der Längssperre) wundern. Außerdem gibt es zwei neue Farben, ein Tauben-Blaugrau und ein Orangegelb.

Und innen?

Im Cockpit hat Suzuki an den Materialien gearbeitet. Das Armaturenbrett ist nun oben hinterschäumt. Die meisten anderen Oberflächen sind allerdings immer noch aus ödem Hartplastik. Die bisher arg knallige Plastikblende vor dem Beifahrer – bei unserem Testwagen von 2015 war sie türkisfarbig – wurde augenfreundlicher. Hier gibt es nun silbriges Plastik mit oder ohne Punkten (je nach Ausstattung). Der allgemeine Qualitätseindruck wurde etwas verbessert, erreicht aber noch lang nicht das Niveau, das zum Beispiel bei einem VW Polo oder Seat Ibiza erreicht ist. Die allgemeine Gestaltung ist nach wie vor recht nett. So gefallen mir zum Beispiel die drei runden Elemente in der Mitte des Armaturenbretts (zwei Luftausströmer plus Analoguhr oder „Blindflansch“, je nach Ausstattung). Lobenswert ist auch der gute Seitenhalt der Sitze – sie halten einen auch auf Serpentinen gut am Platz. Die etwas kurzen Beinauflageflächen nehme ich da gerne in Kauf. Das Navi mit Touchscreen funktioniert ordentlich, ich kann mit eine Zwei-Finger-Spreiz-Geste zoomen, um wieder zum Automatikzoom zurück zu kommen, muss ich allerdings eine ziemlich kleine Fläche treffen, was auf einer kurvigen und manchmal welligen Landstraße für den Fahrer nicht ganz einfach ist.

Gibt es technisch denn keine Änderungen?

Die Hauptänderung sind die Motoren. Der 1.0 Boosterjet ist im Vitara neu, der 1.4 Boosterjet wurde bisher schon im Vitara S eingesetzt. Beide halten laut Presse-Datenblatt die Abgasnorm Euro 6d-Temp ein, auch wenn die offizielle Preisliste nur „Euro 6“ sagt. Außerdem gibt es neue Assistenzsysteme: Das Antikollisionssystem mit Notbremssystem basiert nun nicht mehr auf Radar, sondern auf zwei Sensoren (Mono-Kamera und Lasersensor). So erkennt sie nun auch Fußgänger. Neu sind außerdem der aktive Spurhalteassistent inklusive Spurverlassenswarner, die Verkehrszeichenerkennung, der Totwinkelwarner und ein Querverkehrswarner fürs Rückwärts-Ausparken. Alle diese Systeme sind allerdings nur für den Allradler verfügbar. Die Kombination aus Abstandstempomat und aktiv eingreifendem Spurhalteassistent funktionierte bei ein paar Tests auf unseren Teststrecken ganz ordentlich. Auch der Vitara fährt also inzwischen teilautonom.

Okay, und wie fährt sich das Ding nun?

Der zuerst gefahrene 1.4 Boosterjet mit Allradantrieb ist eine ordentliche Motorisierung. Sportliche Gefühle wird man damit wohl nicht entwickeln, aber man fühlt sich auch nicht untermotorisiert, zumindest nicht auf der Landstraße. Auch wenn ich bergauf die Drehzahl unter die 2.000er-Marke fallen lasse, ackert er sich tapfer wieder aus dem Drehzahlkeller heraus. Den 1.0 Boosterjet (ebenfalls mit Allradantrieb) sollten wir auf der Roßfeldstraße erproben, das heißt in alpiner Umgebung mit vielen Steigungen. Ob das nicht etwas viel verlangt ist, wenn man bedenkt, dass der kleine Dreizylinder nur bescheidene 112 PS hat? Nein. Ich bin verblüfft, wie gut sich der kleine Motor schlägt. Er dreht so munter hoch, dass mein Kollege sogar überlegt, ob er das Motörchen nicht sogar besser als den 1.4 Boosterjet findet. Im oberen Drehzahlbereich (den man oft und gerne aufsucht), klingt das Aggregat etwas rau, aber ich gehöre zu der seltenen Spezies, die das mag. Selbst mein Kollege, der privat einen Sechszylinder fährt, findet nichts dran auszusetzen. Der positive Beschleunigungseindruck mag damit zu tun haben, dass der 1.0 Boosterjet mit Fünfgang-Schaltung kombiniert wird, deren untere Stufen eher kurz übersetzt sind, während der 1.4 Boosterjet mit sechs Gängen daher kommt. Ich würde mich jedenfalls ohne Zögern für den kleineren Motor entscheiden. Dass damit nur 180 km/h (beim 1.4 Boosterjet 200 km/h) möglich sind, würde mich nicht stören.

Und das Fahrwerk?

Naja, Wunder darf man hier nicht erwarten. Auf den gefahrenen Serpentinenstrecken kam mir der Wagen etwas wankanfällig vor. Aber das Fahrwerk würde mich nicht vom Kauf abhalten. Wer ein kleines SUV kauft, fährt wohl nur selten sportlich. Auch Lenkung und Schaltung sind für meinen Bedarf völlig okay.

Sonst noch was?

Naja, der Kofferraum ist nach wie vor nicht riesig. 375 bis 1.120 Liter sind es. Das ist etwas weniger, als in einen VW Golf passt (380 bis 1.270 Liter), der ein paar Zentimeter länger aber dafür auch nicht so hoch ist.

Preise

Die Preise beginnen bei € 18.990,- für den Vitara mit 112 PS Boosterjet mit clear-Ausstattung. Mit Allrad und der besseren shine-Ausstattung kostet der Vitara ab € 24.490,-. Die Preise für den 140-PS-Vitara beginnen bei € 25.790,-