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News
07/20/2017

Mercedes S-Klasse: Energieschub

Vier Jahre nach dem Start erhält die Modellreihe neue Motoren und etliche neue Funktionen. Erste Eindrücke.

Wäre da nicht der Diesel-Skandal in unteren Modellreihen, hinge der Mercedes-Himmel derzeit voller Geigen: Die Profite sind üppig, allein von der S-Klasse wurden seit dem Start 1972 laut Stefan Herdtle, Produktverantwortlicher, mehr als 4 Mio. verkauft, jede dritte aktuelle geht nach China. "Die S-Klasse ist eine Ikone und die pflegen wir", so Herdtle anlässlich der Vorstellung der überarbeiteten S-Klasse.

Während weiter Heck- oder Allradantrieb (4Matic) zur Wahl stehen, gibt es bei den Motoren, bei der Fahrassistenz und im Komfortbereich viel Neues.

Motoren

So feiert der neue Reihensechszylinder-Benziner in der S-Klasse Premiere (für den Plug-in-Hybrid bleibt der V6-Benziner). Er verfügt über einen integrierten Starter-Generator und so über ein 48- und 12-V-Bordnetz. Dieses zusätzliche Stromangebot wird als "Booster" (zusätzlicher Schub beim Beschleunigen), zum Spritsparen (lange Segelphasen), mehr Komfort (verbesserte Start-Stopp-Funktion) sowie für Großverbraucher wie die Sitzheizung eingesetzt. Der Normverbrauch liegt bei 6,6 l/100 km, für die kommenden verschärften Abgaslimits hat der Benziner einen Rußfilter.

Neu ist auch der Reihensechszylinder-Diesel, erstmals mit variabler Ventilsteuerung. Punkto Abgasreinigung wurde er bereits beim Entwicklungsstart vor fünf Jahren auf die ab September geltenden zusätzlichen RDE-Vorgaben (Real Driving Emissions, die den realen Verbrauch auf der Straße widerspiegeln sollen) ausgelegt. Für seine innovative Abgasnachbehandlung erhielt der Motor heuer den Porsche-Preis. Erster Fahreindruck: sehr positiv. Normverbrauch: 5,2 l/ 100 km (S400d 4Matic).

Den Gegenpol bilden der Maybach S 560 sowie der S 63 AMG, beide mit 4Matic und V8. Wem das nicht genügt, muss auf den neuen V12 warten mit 630 PS und 1000 Nm. Dieser liegt damit deutlich vor dem BMW V12 und Audi W12.

Automatisierung

Herdtle: "Mit der S-Klasse gehen wir einen weiteren großen Schritt Richtung autonomes Fahren." Tatsächlich sind im "Fahrassistenz-Paket" (Extra) zahlreiche verbesserte oder neue Assistenten gebündelt. So ist der neue Abstandsregler nicht nur mit dem "Active Speed Limit Assist" verbunden, der die Tempolimits erfasst, er erkennt z.B. auch Kreisverkehre und adaptiert darauf das Tempo, so Daimler-Entwickler. Bei der Probefahrt zeigte sich aber, dass die Tempolimitanzeige nach wie vor eine Schwachstelle ist, auch bei Mercedes: So regelte der S 63 AMG mitten auf der Autobahn plötzlich auf 40 km/h herunter, weil er dies offenbar beim Vorbeifahren irgendwo erspäht hat. Tatsächlich betonen die Entwickler, dass es sich bei der Fahrassistenz weiterhin um eine "Komfort"- und nicht "Sicherheits-Funktion" handle (Automatisierungsstufe 2 von 5). Der Lenker muss also selbst die Kontrolle ausüben – nicht nur über seine Manöver, sondern auch über die der Technik.

Je nach Stimmung und Bedürfnis können S-Klasse-Passagiere gegen Aufpreis verschiedene Wellness-Funktionen genießen samt Fitness-Übungen nach Jacobsen für den Lenker während der Fahrt – spannend.

Mehr über weitere Innovationen und tiefere Fahreindrücke bei späteren Tests.

Mercedes S-Klasse Facelift

Marktstart Österreich: 22.7.2017

Preis: ab € 103.040,– (S 350d 4M.)

Motoren: 4 Diesel und Benziner

ab Verkaufsstart (alle mit 4Matic):

350d/286 PS (Kurz- und Langversion)

400d/340 PS (Kurz- und Langversion)

560/469 PS (S Maybach)

AMG S 63/612 PS (Langversion). Ein Plug-in-Hybrid mit 50 km elektr. Reichweite folgt im Herbst 2017.

Antrieb: Heck- oder Allradantrieb.

Neuheiten: Multibeam-Scheinwerfer mit Ultra Range Fernlicht, Energizing Komfortsteuerung, NTG 5.5 Telefonie und Telematik, Intelligent Drive 4.5, neuer R6-Benziner m. 48V, neuer V8-Biturbo, Kurvenneigefunktion in Kombination mit Magic Body Control.