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10/22/2012

„Autoverkehr muss nachhaltig werden“

Nissan. Wie der zweitgrößte Autohersteller Japans die bisher unwilligen Autofahrer weltweit vom elektrischen Fahren überzeugen will.

Vier Milliarden Euro hat Nissan seit 1991 in die Entwicklung von E-Autos gesteckt. Doch der Kundenansturm hält sich in Grenzen. "Mit dem E-Geschäft sind wir überhaupt nicht zufrieden. Wir werden dafür kämpfen", so Hideaki Watanabe, Vizepräsident der Zero-Emission-Division von Nissan, auf dem Pariser Autosalon im Motor-KURIER-Gespräch.

Gründe für den zähen Verkauf gebe es viele. Neue Technologien seien immer teuer und müssten mit staatlichen Zuschüssen gefördert werden. Auch weil es Zeit brauche, um die Kosten für den E-Antrieb zu senken. Das sei bei der Einführung etwa von ABS nicht anders gewesen.

Weiters sollten Kunden wie Händler entsprechend geschult und über die Vorteile von E-Mobilität informiert werden. Denn: "Wir müssen in Zukunft den - Ausstoß senken."

Aber man könne dem Kunden Tausende Gründe für E-Autos aufzählen, wenn der keine Ladeinfrastruktur vorfinde, helfe das alles nichts. "Wir müssen daran arbeiten, das Schnellladen voranzutreiben." Schnellladen könne induktiv oder via Kabel erfolgen, je nach Umgebung. "Manche Firmen in Japan versuchen sogar, dies als Kundenfang zu nützen."

In Japan wurden bisher auch die meisten Leaf verkauft, 17.000 von weltweit knapp 40.000. In Europa ist Norwegen mit verkauften 2000 Leaf Vorzeigeland.

Imageprobleme durch Leaf mit Batterieschäden in den USA lässt Watanabe nicht gelten. Solche Phänomene gebe es nur in Arizona und dort herrschten extreme Bedingungen für E-Autos: Hitze, Gift für Lithium-Akkus, sowie sehr hohe Fahrleistungen pro Jahr.

Und was hält Watanabe von E-Autos mit einem Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung wie dem Opel Ampera (siehe Seite 5) ? "Der beste Reichweitenverlängerer ist die Schnellladung. Ein Verbrennungsmotor braucht wieder Benzin." Auch Batterietausch, wie ihn Renault anbietet, hält er für eine teure Lösung. "Schnellladen ist viel billiger."

Batterie-Alternative

Und die Brennstoffzelle? Immerhin arbeitet die Allianz Nissan/Renault mit Daimler zusammen. "Wir haben über einen Serienstart noch nicht entschieden. Brennstoffzellen eignen sich vor allem für größere Autos. Sie brauchen Wasserstoff und der benötigt eine eigene Infrastruktur. Die ist teurer als Ladestationen."

Bis 2016 wollen Renault und Nissan jedenfalls weltweit 1,5 Mio. E-Autos verkaufen. Wirtschaftskrise hin oder her. Denn, so Watanabe: "Der Autoverkehr muss nachhaltig werden, sonst können wir nur mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren."

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