News 12/02/2012

BMW 730d xDrive: Auf Nummer sicher

BMW 730d xDrive: Auf Nummer sicher
© Andrusio Michael

Der neue BMW im Test.

Vier Jahre nach dem Marktstart wurde der Siebener außen dezent aufgefrischt – die größere Niere hat nun etwa neun statt zwölf Stäbe, dazu kommen geänderte Lufteinlässe und Blinker in den Spiegeln. Innen gibt’s zusätzliche elektronische Assistenten und ein nobleres Cockpit. Größere Neuigkeiten gibt’s beim Antrieb.
Unser Testmodell hatte die neue Kombination 730d und xDrive. Der „kleine“ Diesel bekam 14 PS mehr, ist aber trotzdem um 17 % sparsamer. Für das Testmodell gibt das Werk einen Verbrauch von 6 l/100 km und 158 g/km an.

Fahrerlebnis

In der Praxis waren dies bei tollem Durchzug 7,7 l/100 km. Dazu tragen das Start-Stopp-System, die rollwiderstandsreduzierten Reifen, der Eco-Pro-Modus für sparsames Fahren sowie der hier neue Leerlauf-Segelmodus bei, der zwischen 50 und 160 km/h beim Dahingleiten den Motor auskoppelt. Großes Lob gebührt der Achtgang-Automatik (von ZF), die auch sehr gut mit dem permanenten Allradantrieb harmoniert.


Dessen Platzbedarf fordert jedoch auch Zugeständnisse: Als xDrive ist der 730d auch nicht gegen Aufpreis in der supersauberen Euro6-Abgasnorm zu haben (der 750d schon). Er hat noch keine spritsparende elek­tromechanische Servolenkung, sondern die „alte“ hydraulische, was punkto Lenkpräzision kein Nachteil ist.

Nobleres Cockpit für den 7er nach dem Facelift
© Andrusio Michael

Punkto Komfort ist die direkte Mitteilung von Unebenheiten etwa auf der Beton-Autobahn an die Passagiere sportlich zu nehmen. Die hinten serienmäßige Luftfederung ist hiefür kein Gewinn. Auch das Start-Stopp-System wirkt ob seiner Ruppigkeit nicht mehr standesgemäß.


Was die neuen Assistenten betrifft, so ist der Auffahrwarner am meisten präsent. Er funktioniert auch, wenn der automatische Abstandswarner (ACC) nicht aktiv ist. Nach wie vor unerreicht im Feld ist die Güte des BMW-Head-up-Systems, das für das Facelift des Siebener weiter verbessert wurde und etwa neben Überholverboten auch weitere Verkehrsschilder anzeigt.
Die Tempolimitanzeigen funktionieren inzwischen genauer, aber
noch immer nicht hundertprozentig präzise. Nach wie vor viel langsamer als bei der Konkurrenz schaltet die Rückfahrkamera um. Das Navigationssystem spielt zwar viele Stückln, war aber völlig planlos etwa im (Monate währenden) Baustellenchaos in Graz, so, als gebe es noch keine Verknüpfung mit Verkehrsdaten, was eine „dynamische Navigation“ verspricht.

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© Andrusio Michael

Ein Gag vor allem vor Passanten ist die Komfortöffnung des Kofferraums via Fußbewegung (siehe Bild) . Die Verarbeitung entsprach dem Preis.

Antrieb: Reihensechszylinder, Diesel, 24 V, Hubraum: 2993 cm³ PS/kW: 258/190 maximales Drehmoment: 560 Nm bei 1500 U/min Common-Rail-Einspritzung (1800 bar) mit Piezo-Injektoren, Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Allradantrieb, 8-Gang-Automatik, 0–100 in 6 sec, Spitze 250 km/h, Euro5.


Fahrwerk: Doppelquerlenker vorne, hinten Integral-V-Mehrlenkerachse und Luftfederung mit Niveauregulierung. Vier belüftete Scheibenbremsen, Dynamische Stabilitäts Kontrolle DSC inkl. ABS und Dynamische Traktions Kontrolle DTC, Kurvenbremshilfe CBC, Anfahrassistent, Dynamic Damper Control, Wankstabilisierung Dynamic Drive (Extra). Anhängelast gebremst/ungebremst 2100/750 kg.

Maße (L x B x H):5079 x 1902 x 1471 mm
Wendekreis: 12,2 m Radstand: 3070 mm Bremsweg warm:* 33,7 m Bremsweg kalt:* 33,2 m
Kofferraum: 500 l Zuladung: 640 kg Gesamtgewicht: 2550 kg Tankinhalt: 80 l
Normverbrauch: 6 l/100 km158 g/km CO²
Testverbrauch: 7,7 l/100 km


Preis:88.600 €
Preis Testwagen: 122.309 €
Motorbezogene Versicherungssteuer:1095,60 €


*Bremsdaten AutoZeitung ( Köln). Geringe Abweichungen im Fahrzeuggewicht sind aufgrund von Ausstattungsunterschieden möglich.
 

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© Andrusio Michael
(Kurier) Erstellt am 12/02/2012