© Werk/BMW

News
08/05/2012

BMW C evolution: Die Zukunft rollt bereits

Erste Prototypen-Ausfahrt mit dem bayerischen Elektroscooter, der Anfang 2014 auf den Markt kommen wird.

von Peter Schönlaub

Ein leises elektrisches Pfeifen, ein Zischen vom Durchschneiden der Winde, und schon ist er vorbeigefahren – der erste elektrische Roller von BMW. Derzeit hört er noch auf den Namen "C evolution", aber das ist nur ein Zwischentitel; der mächtige Scooter gilt noch als Prototyp, auch wenn sich bis zum Serienstart in rund 18 Monaten nicht mehr viel ändern werde, verrät der österreichische Projektleiter Dr. Christian Ebner.

Fünf Stück haben die Bayern vorab gebaut, um unter anderem eine winzige Schar internationaler Journalisten damit probefahren zu lassen. Der Motor-KURIER war mit dabei.

Dynamik

Erster Eindruck: Die Leistung des Maxi-Scooters ist erstaunlich – viel erstaunlicher, als man es den 48 PS Spitzenleistung und erst recht den 11 kW/15 PS Dauerleistung zutrauen würde. (Dank Letzterer lässt sich der Roller übrigens auch mit A111-Schein fahren!) Dabei haben das stattliche Drehmoment von 74 Newtonmeter und die kurze Endübersetzung ein Wörtchen mitzureden. Vom Start weg katapultiert sich der mächtige Roller vehement ins Verkehrsgewühl und zoomt energisch bis deutlich über 100 Stundenkilometer. Bei 120 km/h wird aus Energiespargründen abgeregelt, zirka 140 km/h wären theoretisch möglich.

Auch wenn der BMW C evolution seinen benzinbetriebenen Brüdern ähnlichsieht – unter der Verkleidung ist alles anders. Kernstück der Konstruktion sind drei Lithium-Ionen-Akku-Einheiten mit insgesamt acht kWh Speicherkapazität – etwa doppelt so viel wie der Elektroscooter-Pionier, der Vectrix VX-1, spazierenführt.

Mächtige Akkus

Die Batterien werden vom kommenden BMW i3 übernommen, was in der Entwicklung und Produktion Synergien bringt. Zusammengefasst werden sie in einem Alu-Guss-Gehäuse, das den Rahmen ersetzt. Vorne und hinten werden lediglich Hilfsrahmen montiert, dazu die Triebsatzschwinge, deren Federbein sich direkt am Alugehäuse abstützt.

Das Gewicht des Elektroscooters wirkt mit 265 Kilo nur auf den ersten Blick dickleibig; doch es sind bloß ein paar Pfunde mehr als der hauseigene Benzin-Großroller auf den Markt bringt. Und erst einmal in Fahrt macht sich das Gewicht kaum mehr bemerkbar. Selbst langsames Rangieren funktioniert dank des tiefen Schwerpunkts fast spielerisch, unterstützt vom sanften Ansprechverhalten des E-Motors.

Als Reichweite gibt BMW 100 Kilometer an, was abgeleitet von den Erfahrungswerten mit dem Vectrix schlüssig erscheint. Laden kann man den C evolution an jeder Steckdose, die mit 16 Ampere abgesichert ist; vollgetankt hat man nach drei Stunden. Der Anschluss – nach Auto-Standard – befindet sich im linken Verkleidungsfach, ein Kabel kann man im rechten Fach mitführen. Unter dem Soziussitz verbleibt ein Stauraum für einen großen Integralhelm.

Countdown läuft

Was sich bis zum Serienanlauf noch tun wird? Feinheiten beim Finish, die Applikation einer Retourgang-Funktion, einige Modifikationen bei der noch recht unkomfortablen Federung sowie die Preisfindung. "Ein ganz kritischer Punkt für den Markterfolg", gibt auch der neue Motorradchef von BMW, Stephan Schaller, zu. Aber noch habe man ja Zeit, um zu rechnen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.