BMW i3

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Fahrvorstellung
07/21/2013

BMW i3: Der KURIER ist das Elektroauto schon gefahren

Vor der Weltpremiere Ende dieses Monats lud BMW zu ersten Schnupperkilometern. Es zwitscherte.

von Christian Vavra

Außen noch ein bisschen „getarnt“, innen da und dort mit angehefteten Tüchern verhängt – BMW wollte halt so tun, als ob es bis zur offiziellen Premiere ein Geheimnis gäbe. Der künstlich inszenierte Rummel um das Elektroauto i3 ist gewaltig und vermutlich auch notwendig.

Die Eckdaten sind inzwischen einigermaßen bekannt. Ein rund 50 kg schwerer Elektromotor im Heck treibt mit exakt 170 PS und 250 Nm (bereits ab der ersten Umdrehung) die Hinterachse an. Er labt sich an einer Lithium-Ionen-Batterie mit 22 kWh Kapazität und 230 kg Gewicht. Die Nominalspannung liegt bei 360 Volt. Die Reichweite wird mit „130 bis 160 Kilometern“ angegeben, bei extremem Sparprogramm („Eco Pro +“), sollen knapp 200 km drinnen sein. Die Ladezeit liegt zwischen 30 Minuten für 80 % der Kapazität (bei 50 kW) und acht Stunden an der Haushaltssteckdose. Leergewicht des BMW i3: 1195 kg (ohne Fahrer).

Optional, also gegen Aufzahlung, gibt es einen „Range Extender“. Dann lädt ein Zweizylinder-Benziner mit 650 ccm und einem 9-l-Tank die Batterie auf, die Reichweite soll dann auf 300 km steigen.

Fahren

Im Fahrbetrieb (das Getriebe hat nur eine Gangstufe) wirkt der i3 trotz der extrem schmalen Räder (19 oder 20 Zoll groß, aber nur 155 oder 175 mm breit) sehr souverän und sportlich. Nach 3,7 Sekunden aus dem Stand fährt das Elektro-Ei bereits 60 km/h, nach 7,2 Sekunden 100 km/h. Die Spitze ist mit 150 km/h begrenzt.

Auch wenn der Wagen relativ hoch wirkt, hat er dank Batterien und Motor im Unterboden natürlich einen tiefen Schwerpunkt – und die ideale Achslastverteilung von 50:50. Die Lenkung wurde sehr direkt ausgelegt, 2,5 Umdrehungen insgesamt stehen zur Verfügung. Die Reifen melden sich z. B. im Slalom relativ bald, das Auto bleibt aber wunderbar neutral und lässt vom Heckantrieb kaum etwas spüren.

Völlig geräuschlos geht die Sachen natürlich nicht vor sich. Erstens sind Reifengeräusche vorhanden – und zweitens war im Testfahrzeug, allerdings immer nur bei voller Beschleunigung und höherem Tempo, aus dem Antrieb leise eine Art Zwitschern zu hören. Es erinnerte an die Landung von fliegenden Untertassen in billigeren Science-Fiction-Filmen. Ob das so bleibt, war vor Ort nicht zu eruieren.

Im Cockpit schwebt das Lenkrad quasi allein im Raum, ein dicker Knubbel auf der rechten Seite beheimatet die Schaltung (Drive, Retour usw.). Mittig gibt es ein sehr großes Ablagefach direkt im Armaturenbrett. Und insgesamt überzeugt auch das Raumgefühl.

Der BMW i3 kostet bei uns ab € 35.700,-.