Ein Bugatti Chiron (Symbolbild)

© REUTERS/ARND WIEGMANN

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01/25/2022

Mit 417 km/h auf deutscher Autobahn - Ermittlungen eingeleitet

Ein tschechischer Millionär war mit seinem Bugatti auf einem Abschnitt ohne Tempolimit unterwegs gewesen und hatte die Aktion gefilmt

Die Aktion eines tschechischen Multimillionärs, der mit seinem Bugatti mit 417 km/h über eine deutsche Autobahn gerast ist (und ein Video davon ins Internet gestellt hat) dürfte nun ein Nachspiel haben. Die Polizei leitete am Montag Ermittlungen gegen den Mann wegen eines mutmaßlichen illegalen Straßenrennens ein, sagte eine Sprecherin in Magdeburg. Die Staatsanwaltschaft werde den Fall prüfen.

Die Videos des 58-jährigen Tschechen sollen im Juli 2021 entstanden sein. In dem Video ist zu sehen, wie ein Bugatti Chiron mit dem entsprechenden Tempo auf der A2 unterwegs ist. Dieses Verhalten sei nicht zu verantworten, sagte die Polizeisprecherin. Der tschechische Multimillionär Radim Passer veröffentlichte die Aufnahmen vor zwei Wochen auf seinem Youtube-Kanal. Mehrere Medien hatten über die Videos des 58-Jährigen, die im Juli 2021 entstanden sein sollen, berichtet.

Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich kritisch. Jegliches Verhalten im Straßenverkehr, das zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern führe oder führen könne, werde abgelehnt, teilte eine Ressortsprecherin mit. Auf dem im Video gezeigten Streckenabschnitt zwischen Berlin und Hannover gilt den Angaben zufolge keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Der Multimillionär Passer ist in Tschechien bisher weniger als Freund schneller Autos, sondern als Immobilienmagnat in Erscheinung getreten. Sein Vorzeigeprojekt ist der Büro- und Geschäftskomplex BB Centrum, der zu den größten in Prag zählt. Die tschechische Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Forbes“ schätzt Passers Vermögen auf umgerechnet rund 270 Millionen Euro.

Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist eine Fahrt mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde höchst gefährlich. „Je höher die Geschwindigkeit ist, desto länger ist der Bremsweg. Und zwar nicht nur linear, sondern exponentiell, sprich bei doppelter Geschwindigkeit wird er mehr als doppelt so lang“, sagte der emeritierte Professor der Deutschen Presse-Agentur. „Wollen wir Multimillionären erlauben, auf öffentlichen Straßen ihre Späße zu treiben, die Menschenleben gefährden können?“, kritisierte Dudenhöffer. Das Video sollte seiner Meinung nach der Anlass sein, darüber nachzudenken, was eigentlich auf deutschen Autobahnen erlaubt sein sollte und was nicht. Der Verkehrsminister könne etwa per Gesetz nur noch Autos zulassen, die eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit nicht erreichen.

Passer will sich zu der Autobahnfahrt einer Sprecherin zufolge über die Angaben in seinem Youtube-Kanal hinaus nicht äußern.

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