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05.12.2011

Cadillac: Exklusiver gehts kaum

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Der nächste Neuanfang in Europa wird auch von Allrad-Modellen unterstützt.

So kann man es auch sagen. General-Motors-Manager Wolfgang Schubert - verantwortlich für den Neustart von Cadillac in Europa nach der Pleite des früheren Privatimporteurs - weiß, dass die Bäume im Luxus-Segment nicht in den Himmel wachsen werden. So peilt man etwas über 2000 verkaufte Modelle pro Jahr als Europa-Ziel an und verpackt die neue Bescheidenheit in gewählte Worte. Schubert: "Wir sind damit exklusiver als Aston Martin!"

So gesehen dürfen sich die Kunden eines Allrad-Cadillac noch exklusiver fühlen. In Österreich rechnet der derzeit einzige offizielle Cadillac-Händler - der langjährige US-Auto-Spezialist Puhr in Wien - mit einem Allrad-Anteil von rund 40 Prozent an den zu erwartenden rund 120 Cadillacs pro Jahr. Wobei sich Kunden, die etwa zu dem optisch gelungenen, 4,9 m langen SUV namens SRX tendiert, in Geduld üben müssen. Der mit einem 3,0-l-V6-Benziner mit 268 PS und Sechsgang-Automatik lieferbare SRX ist auf dem Heimmarkt ein großer Erfolg, was sich in mindestens vier Monaten Wartezeit für good old Europe niederschlägt.

Qualität

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Nach ersten Testkilometern zeigt sich der SRX als die Erfolg versprechendste Variante aus dem breiten Allrad-Angebot (hier mit Haldex-Kupplung und elektronisch gesteuertem Hinterachsdifferenzial) der Amerikaner. Qualitativ hochwertig verarbeitet und mit luxuriöser Ausstattung, passt er auch dank seines unamerikanisch soliden Fahrverhaltens gut in die alte Welt.

Die Wankneigung des Aufbaus hält sich in Grenzen, ohne bei dem US-typischen Fahrkomfort allzu viele Abstriche hinnehmen zu müssen. Dass das sonst auch oft übliche Anfahrnicken ebenfalls kaum spürbar ist, mag auch an der eher bedächtig ans Schaltwerk gehenden 6-Gang-Automatik (und dem sein maximales Drehmoment von 302 Nm erst bei 5100 Touren erreichenden Motor) liegen. Aber wer Alternativen zu den euro-japanischen Klassendominatoren sucht, wird das wohl gelassen in Kauf nehmen. Bis zur Lieferung sollten zumindest 65.200 Euro angespart sein - plus 990 Euro Logistikkosten.

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Neben dem SRX bietet Cadillac auch für die Pkw-Linie CTS durchgehend Allrad-Varianten an. Sowohl Limousine als auch Kombi und Coupé können mit dem elektronisch geregelten Vierradantrieb geordert werden. Die Drehmomentverteilung an Vorder- und Hinterachse erfolgt im Normalfall im Verhältnis 25/75, bei Bedarf kann die Vorderachse aber auch mit bis zu 100 % der Antriebskraft versorgt werden. Preislich geht es bei € 66.000 ,- (plus € 990,-) für die Limousine los.

Wer keine Scheu vor großen Tieren hat, kann zum 5,14 m langen und gut 2,7 t schweren Escalade greifen und dort die Hybrid-Variante (€ 100.728,- plus 990) wählen. Sie verfügt im Vergleich zum reinen Benziner nicht nur über das modernere Allradsystem (von Magna-Steyr), sondern dank des mitschuftenden E-Motors auch über einen Normverbrauch von nur 11,1 l für 100 km.

Der aber klarerweise jederzeit überboten werden kann, wenn man dem gurgelnden 6,0-l-V8 ordentlich einschenkt.