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07/26/2020

Cupra-Boss Griffiths im Gespräch: „Die Österreicher waren schneller“

Cupra-Chef Wayne Griffiths über den neuen el-Born, den Rückzug aus China und die Wiener Tapas-Bar

von Horst Bauer

Die Überraschung war auch bei den eigenen Leuten groß. War man davon ausgegangen, dass das erste, die MEB-Plattform für E-Autos des VW-Konzerns nutzende Modell der Spanier als Seat auf den Markt kommen wird, präsentierte man in der Vorwoche den el-Born genannten Stromer als Cupra. Und merkte an, dass es keine Seat-Version geben werde.

Der Chef der jungen sportlichen Sub-Marke von Seat, Wayne Griffiths (gleichzeitig auch Marketingvorstand von Seat) über die Gründe für den Schwenk: „Wir haben das gemeinsam mit VW vor einigen Monaten entschieden, weil wir den el Born damit stärker von den anderen E-Modellen des Konzerns abheben konnten.“ Einen Cupra könne man optisch und inhaltlich viel sportlicher machen und damit stärker etwa von dem VW ID3 absetzen als dies mit einem Seat möglich gewesen wäre.

Dass man nun nicht wie ursprünglich geplant schon heuer, sondern erst 2021 auf den Markt kommen kann, sieht Griffiths nicht als Nachteil. Im Gegensatz zu manchen heimischen Händlern, weil damit die erhöhte staatliche Förderung nicht genutzt werden kann. Griffiths: „Wir haben damit mehr Zeit bekommen, an der Differenzierung des el-Born zu den anderen Konzern-Modellen zu arbeiten.“

Die Situation bei uns versucht man mit einem Sonderkontingent des elektrischen Seat Mii abzufangen. Grundsätzlich glaubt Griffiths jedoch, dass die Marktdurchdringung von Elektro-Autos durch die aktuelle Wirtschaftskrise gebremst werden könnte. „Die E-Mobilität wird auf lange Sicht zwar bleiben, aber jetzt kommt es sehr stark auf effiziente staatliche Hilfen für E-Auto-Käufer an, um die erhofften Ziele erreichen zu können.“

Gut aufgestellt

Seat selbst sieht Griffiths gut aufgestellt für die Bewältigung der Krise. Als vor allem im Süden Europas starke Marke, sei man zwar von den Markt-Einbrüchen dort betroffen. Aber die gerade neu auf den Markt kommenden Modelle, vom Leon bis zum Cupra Formentor, würden helfen, das Geschäft auch in den gerade wieder anziehenden nördlichen Märkten zu beleben.

Zur Krisenbewältigungsstrategie zählt auch der Rückzug aus China, wo man in einem Joint Venture mit VW-Partner JAC einen elektrischen Kleinwagen bauen wollte. Griffiths: „ Der Markt in China ist vor allem bei Kleinwagen sehr stark eingebrochen und wird sich da auch nicht so schnell erholen. Das ist kein guter Zeitpunkt, um mit einer neuen Marke dort zu starten.“

Besser läuft es da schon in Südamerika, wo man etwa in Mexiko auch mit Cupra gut gestartet ist. „Wir haben große Pläne für ganz Südamerika gehabt, aber die schwierige politische Situation in einigen Ländern lässt uns da etwas vorsichtiger werden,“ gibt sich Griffiths dennoch etwas abwartend. Vorläufig wolle man sich neben Mexiko vor allem auf Kolumbien und Chile konzentrieren.

Was neue Vertriebswege betrifft, arbeite man für Cupra gerade an einem Agentursystem unter Einbindung der Händler (diese kaufen die Autos nicht mehr vom Hersteller und verkaufen sie weiter, sondern vermitteln den Kauf zwischen Hersteller und Endkunden) und beobachte interessiert den Erfolg der in Kürze eröffnenden Seat-Tapas-Bar in Wien. Die von Seat-Österreich-Chef Wolfgang Wurm mit Sterne-Koch Juan Amador im Auhofcenter in Wien eingerichtete Bar sieht Griffiths als spannende Innovation. „Wir wollten so etwas in Norwegen machen, aber die Österreicher waren schneller, “ schmunzelt er.

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