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07/22/2022

Der BMW-Vierzylinder in München feiert seinen 50er

Das markante Gebäude wurde vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer konzipiert

Man nennt das Gebäude ob seiner Form auch "Vierzylinder". Für ein Haus, das eine Firma mit dem Namen Bayerische Motorenwerke beheimatet, also durchaus passend. 1972 wurde das BMW Hochhaus eröffnet, pünktlich zu den Olympischen Spielen in München.

Die vier Zylinder hängen dabei an einer kreuzförmigen Stahlkonstruktion vom Dach. Dabei wuchs das Gebäude nicht wie allgemein üblich von unten nach oben, sondern die oberen Etagen wurden zeiteffektiv zuerst am Boden gefertigt, dann hydraulisch am massiven „Hochhausschaft“ aus Stahlbeton nach oben bewegt und in mehreren Segmenten vervollständigt.

Konzipiert wurde das Hochhaus vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer (1918 - 1975). Und so kommentierte er seinen Entwurf: „Wenn man sich entschlossen hat Architekt zu sein, muss man den Mut aufbringen, Visionen erfüllen zu wollen. Architektur ist ja auch eine Kunst der Verständigung, ein Mittel sich über Jahrhunderte hinaus mitzuteilen. Ausdauer ist schöpferisch. Genauigkeit, Pünktlichkeit, Kontinuität und Bescheidenheit sind die besten Begleiter. Schaffen, nicht als qualvolle Fron, sondern als Bedürfnis der Freude. Freudvoll zu arbeiten macht das Leben sinnvoll. Bei der Gestaltung wurden klar ablesbare Formen gewählt, die Präzision, technische Vollkommenheit und Formschönheit als Ausdruck und Assoziation zum Image einer Automobilfabrik vermitteln.“ 

1968 schrieb die BMW AG einen Architekturwettbewerb zur Gestaltung eines neuen BMW Verwaltungsgebäudes aus. Um den BMW Vorstand, Aufsichtsrat und die Großaktionäre zu überzeugen, ließ Schwanzer ein 1:1 Modell einer kompletten kleeblattförmigen Etage in den Studios der Bavaria Film GmbH im Grünwalder Ortsteil Geiselgasteig errichten und hatte damit Erfolg: Im Dezember desselben Jahres erteilte ihm die BMW Unternehmensführung den Auftrag zum Bau der neuen Konzernzentrale. Zwischen 1970 und 1972 entstand das Haus in nur 26 Monaten Bauzeit. Dafür brauchte es 3,5 Millionen Arbeitsstunden auf der Baustelle, 500 Bauarbeiter sowie 200 Architekten, Ingenieure und Zeichner. Und: Keine Mark über dem Fixpreis. Medial gefeiert als das „eindrucksvollste und coolste Corporate Headquarter weltweit“.

Über Karl Schwanzer ist übrigens auch ein Kinofilm in Arbeit. „Er flog voraus" ist der Titel des Films, in dem Schauspieler Nicholas Ofczarek in der Rolle des Architekten zu sehen ist. Premiere soll im Herbst 2023 sein.

 

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