News 05.12.2011

Der Lancia-Chef über den Lancia-Chrysler

Der Lancia-Chef über den Lancia-Chrysler
© Reuters

Der Lancia-Chef, Olivier Francois, über den Thema , der auch ein Chrysler 300 ist.

Derzeit reicht ein kurzes Stichwort. Wer den umtriebigen Chef der Marken Chrysler und Lancia, den Franzosen Olivier Francois, unvorsichtigerweise darauf anspricht, warum der neue Chrysler 300 in Kontinentaleuropa als Lancia Thema verkauft werden wird, sollte sich für die nächste halbe Stunde nichts vornehmen.

Man wird nämlich nicht mit ein paar von PR-Profis zurechtgefeilten Stehsätzen abgefertigt, sondern von einer Argumentations-Lawine überrollt. Fragen müssen blitzschnell in den - wenigen - Atempausen eingeworfen werden. Oder wenn einer der beiden Blackberries des zwischen Turin und Detroit pendelnden Francois Laut gibt. Was häufiger passiert als einem in anderen Gesprächs-Konstellationen lieb wäre.

Hier ist also ein Mann am Werk, der absolut von dem überzeugt ist, was er tut. Und auch in der Lage ist, andere davon zu überzeugen. Wie den aus Detroit stammenden Rap-Superstar Eminem, dessen Manager der Chef persönlich überredet hat, für Chrysler zu werben. Ergebnis: Der während der Super-Bowl-Übertragung geschaltete überlange Spot mit dem am Steuer eines Chrysler 200 durch Detroit kurvenden Eminem hat Kult-Status und Amerika spricht wieder unter positiven Vorzeichen über die Marke.

Lancia

Chrysler/Lancia-Chef Olivier Francois.
© Reuters

Die Idee, Chrysler in Europa Lancia zu nennen, lag für Francois auf der Hand: "Beide Marken standen in ihrem Kern immer für Design, Innovation und dafür, sich etwas zu trauen." Wobei er den Vorwurf des simplen "Badge-Marketings" nicht gerne hört. Francois: "Stellen Sie sich das wie eine Marke vor, deren Name in Europa und den USA anders ausgesprochen wird."

So ist er stolz darauf, dass der neue Chrysler 300/Lancia Thema in beiden Varianten technisch ident auf den Markt kommt. Die sonst so beliebten Adaptierungen des Fahrwerks für Europa seien nicht notwendig. Francois: "Wir haben uns bei der Entwicklung den Lexus LS 460 für den Geräuschpegel und den 7er-BMW bei der Fahrdynamik zum Vorbild genommen." Der neue Lancia Thema, der Ende Oktober bei uns auf den Markt kommt, werde jeden, der mit ihm fährt, davon überzeugen, dass er ein echter, zeitgemäßer Lancia sei, gibt sich der Chef überzeugt. Und zückt seinen Detroit-Blackberry, der gerade die ersten positiven Testberichte aus US-Fachmedien anliefert.

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(Kurier) Erstellt am 05.12.2011