News
05.12.2011

Der neue Kia Rio im Fahrbericht

Erste Kilometer am Steuer des neuen Kia Rio, mit dem die Koreaner jetzt auch die Polo-Klasse aufmischen wollen.

Es ist eine ziemlich internationale Mischkulanz. Der federführende Designer des neuen Kompaktwagens ist ein im kalifornischen Studio des koreanischen Herstellers Kia werkender Italiener, der sich bei seinem vor dem deutschen Designchef Peter Schreyer letztlich bestehenden Entwurf für den neuen Rio von seiner französischen Bulldogge inspirieren ließ.

Herausgekommen ist ein optisch eigenständiger Kompaktwagen, der in dem dicht gedrängten Marktsegment von Polo, Punto, Corsa & Co. positiv auffällt. Dem allgemeinen Trend zum Größenwachstum wird zwar auch hier entsprochen, allerdings hält sich dieses bei den Außenmaßen in überschaubaren Grenzen (2 cm länger, 2,5 cm breiter). Der zusätzlich zur Verfügung stehende Raum kommt sowohl den Passagieren zugute (+4,5 cm Beinfreiheit vorne) als auch der Kapazität des Kofferraums (mit 288 l jetzt +7 % gegenüber dem Vorgänger). Ein längerer Radstand (+7 cm) wirkt sich zudem nicht nur positiv auf das Fahrverhalten aus, sondern auch auf den Lebensraum für die Fondpassagiere. Und was die Kopffreiheit betrifft, hat man das Kunststück geschafft, diese trotz einer um 1,5 cm geringeren Höhe der Karosse um 1,8 cm zu erhöhen.

So viel zum Zahlenwerk rund um den neuen Rio, den es im Gegensatz zum Vorgänger sowohl als Fünf- als auch als Dreitürer geben wird.

Ausfahrt

Wie sich das Modell, mit dem Kia den Erfolg des Ceed in der Golfklasse ein Segment tiefer wiederholen will, in der Praxis hält, konnte der Motor-KURIER bei einer Ausfahrt mit den ersten vom Band gelaufenen Rios auf koreanischen Straßen bereits erkunden. Dabei zeigte sich vor allem, wie viel Wert man auf die Ausgestaltung des Innenraumes gelegt hat - von den übersichtlichen Kippschaltern an der Mittelkonsole bis hin zu Staufächern für 1,5-Liter-Flaschen in den Türen. Keine Rede mehr von einsam aus grauer Plastikwüste starrenden Instrumenten. Mit dem Cockpit des neuen Rio kann man jetzt mit den Klassenbesten mithalten.

Was die Motorisierung angeht, so zeigte sich der 1,4-l-Diesel mit 90 PS in Kombination mit einem Sechsganggetriebe als solide Wahl, wenn er auch stets bei Drehzahllaune gehalten werden will, soll das ab 1750 Touren zur Verfügung stehende maximale Drehmoment von 216 Nm für druckvollen Vortrieb genutzt werden. Darunter macht sich nämlich zunächst ein später Nachfahre des einst so verbreiteten Turbolochs breit, bis es nach dessen Überwindung dann durchaus kraftvoll zur Sache geht. Als Normverbrauch verspricht man 4,3 Liter bzw. 113 g/km CO2. In der Praxis wird wohl eher 6 bis 7 vor dem Komma stehen, rechnet man den auf Koreas gesittet befahrenen Autobahnen erzielbaren Schnitt auf heimische Verhältnisse hoch.

Als Alternative stehen der aus dem Picanto bekannte neue 1,1 l Dreizylinder-Diesel mit 75 PS (Normverbrauch 3,8 l bzw. 99 g/km CO2), sowie ein 1,25-l-Benziner mit 85 bzw. 70 PS zur Wahl.

Welche Figur diese Motorisierungen in der Praxis machen, wird demnächst auf heimischen Straßen zu erkunden sein. Nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem neuen Rio lässt sich jedoch jetzt schon sagen, dass hier ein harter Konkurrent auf die Platzhirsche im Kompaktwagen-Revier zukommt.

Der Fünftürer startet Mitte September ab voraussichtlich 10.790 Euro, der Dreitürer folgt im Jänner.