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06.07.2018

Der Umbruch im Flottengeschäft trifft auch private Autobesitzer

© Bild: WERK/Arval/L.Schedl

Arval-Austria-Chef Gwénael Cevaer über neue Trends und neue Mitbewerber im Flottengeschäft.

Die Zukunft der Mobilität ist vernetzt, digital und elektrisch, setzt auf Autoteilen und Mobilität auf Abruf. So das Mantra der Branche. Schon vor Jahren haben Autokonzerne wie Daimler erkannt, dass der traditionelle Autoverkauf um zusätzliche Angebote erweitert werden muss.

Immer mehr Autohersteller sehen sich als Mobilitäts-Dienstleister und betreten damit den Markt der etablierten Fuhrparkleasing-Unternehmen wie Arval mit einer Flotte von mehr als 1,1 Mio. Fahrzeugen weltweit (siehe Zusatzartikel). In Österreich ist Arval, eine Tochter der französischen Bank BNP Paribas, seit 2000 aktiv. Im Motor-KURIER-Gespräch nahm Arval-Austria-Chef Gwénael Cevaer zur Umwälzung im Fuhrparkgeschäft Stellung. Gwénael Cevaer …

… über Autohersteller als neue Mitbewerber im Fuhrparkgeschäft: Es ist immer gut, Konkurrenz mit neuen Ideen zu haben. Wir pflegen mit Autoherstellern gute Kontakte, wir sind manchmal Konkurrenten, manchmal Kunden (Anm. Arval kauft jährlich mehrere hunderttausend Neuwagen weltweit). Der Aufbau des Geschäfts mit Autoleasing und Fuhrparkmanagement verlangt einen langen Atem, auf Höhenflüge folgen immer wieder Rückschläge. Es wird sich weisen, wie Autohersteller damit umgehen.

… darüber, ob autonomes Fahren und E-Mobilität das Geschäft verändern werden: Definitiv. Der erste Schritt war Benützen statt Besitzen, der nächste heißt Autoteilen. In einigen Ländern erfolgt dieser Umbruch sehr schnell, in anderen dauert er länger. Auch in Österreich wird sich Autoteilen mit der nächsten Generation an Kunden sehr schnell durchsetzen. Natürlich wird es weiter Autos als Statussymbole geben, die nur von einem Benützer verwendet werden. Wir als Anbieter von Komplett-Service-Leasing müssen rechtzeitig entsprechende Angebote für unsere Kunden entwickeln. Wir haben viel Erfahrung mit den verschiedensten Leasingvarianten, etwa für wenige Wochen, für mehrere Monate bzw. Jahre oder spezielle Projekte. Das hilft uns bei den neuen Trends wie dem Autoteilen.

… darüber, wie stark die Dieseldiskussion und die neuen Abgastests, die zu höheren -Werten führen, den Fuhrpark der Firmen verändern: Wir informieren unsere Kunden über die neuen Rahmenbedingungen. Wir reden auch viel mit Autoherstellern über geplante Modelle. Das ist besonders wichtig für die Elektro-Mobilität. Momentan ist das Angebot noch klein. Derzeit erleben wir bei unseren Kunden keine großen Bewegungen weg vom Diesel, auch der Wiederverkaufswert zeigt bislang keine bedeutenden Einbrüche. Was wir sehen, ist ein Trend hin zu kleineren, aber besser ausgestatteten Fahrzeugen, vor allem wegen steuerlicher Nachteile beim Überschreiten gewisser -Schwellen. Ein Ansatz, um steuerlich zu profitieren, sind Batterie-elektrische Autos. Wir bieten unseren Kunden Testfahrten, aber auch Beratung und Installation von Ladesystemen an. In Österreich arbeiten wir dafür etwa mit Smatrics zusammen. In den Niederlanden offerieren wir Gesamtmobilitätspakete samt Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Miete von E-Bikes mit einer Bezahlkarte.

… darüber, was das Arval-Geschäft in Österreich kennzeichnet: Österreich ist für uns ein Pilotmarkt für Flottenmanagement ohne Fahrzeug-Finanzierung. Hier finanzieren die Firmen traditionell ihre Autos selbst, nur bei sechs bis sieben Prozent der Firmenautos ist dies anders, in anderen Staaten sind es an die 35 Prozent. Derzeit betreuen wir hier 5300 Fahrzeuge. Die Steigerung ist seit Jahren zweistellig.

Arval im Überblick

Geschäftszweck Arval betreibt „Full- Service-Leasing und Fuhrparkmanagement“ und wurde 1989 als 100- Prozent-Tochter der BNP Paribas Gruppe (französische Bankengruppe) gegründet. Arval ist derzeit in 29 Staaten vertreten und zählt mehr als 6500 Mitarbeiter. In Österreich ist Arval seit 2000 tätig. Die Leasingflotte von Arval umfasst  weltweit mehr als 1,1 Mio. Fahrzeuge, neben Autos inzwischen auch Fahrräder.

Geschäftsführer Seit März 2014 leitet der gebürtige Franzose Gwénael Cevaer, 49, die Geschäfte von Arval in Österreich. Cevaer hat rund 25 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet und leitete vor seinem Wechsel nach Österreich als General Manager die Tätigkeiten von Arval in Russland.

Full-Service-Leasing umfasst neben Finanzierung von Flottenautos auch Wartung und Service.  Im Schnitt betreut Arval 50 Autos pro Kunden, manchmal sind es auch Tausende.