Renault Zoe 2013

© Werk/Renault

Fahrbericht Renault Zoe
03/16/2013

Der Vierte im Bunde

Erste Testrunden mit dem neuen Elektroauto.

von Maria Brandl

Den strengen Crashtest der Verbraucherschutzverbände NCAP hat der Renault Zoe bereits mit Bravour, mit der Höchstnote von fünf Sternen, bestanden. Der Test um die Kundenakzeptanz steht ihm aber noch bevor. Einen ersten Eindruck konnten wir uns diese Woche bei ersten Probefahrten verschaffen.

Der Zoe ist das vierte E-Auto von Renault, aber das erste, das speziell für batteriebetriebenen Antrieb entwickelt wurde. Es handelt sich um einen Fünftürer im Clio-Format, der vier Personen mit bis zu 1,75 Meter ausreichend Platzkomfort bietet. Dazu gibt’s noch einen überraschend großen Laderaum, der sich durchs Umklappen der Rücksitzlehnen erweitern lässt (siehe Technik-Kasten).

Gestartet wird wie inzwischen bei fast allen neuen Autos per Knopfdruck, geschaltet wird automatisch und schon geht’s los – vorausgesetzt, die Lithium-Akkus sind ausreichend geladen und der Fuß des Lenkers drückt aufs Fahrpedal. Der Zoe liegt dank des tiefen Schwerpunktes (Batterien sind im Wagenboden verbaut) gut auf der Straße, das Lenkgefühl ist guter Durchschnitt, das Bremsverhalten vergleichbar mit E-Mitbewerbern. Trotz des starken Anfahrdrehmoments des E-Motors ist das batteriebedingt beträchtliche Basisgewicht des Zoe (1503 kg) deutlich spürbar. Die Zuladung ist mit 440 kg absolut respektabel.

Mehr Reichweite

Wie sehr die 210 Kilometer Reichweite laut Werk der Realität entsprechen, vor allem im Winter, werden spätere Motor-KURIER-Tests zeigen.

Stolz ist Renault auf die Reichweite jenseits der 200 Kilometer schon jetzt. Zeugt sie doch von mehreren Innovationen. Hier die drei wichtigsten:

Der Zoe wird als weltweit erstes Auto laut Renault nach dem Prinzip einer 2-Kreis-Wärmepumpe gekühlt und geheizt. Was in Häusern inzwischen sehr beliebt ist, musste erst aufwendig für Pkw adaptiert werden. Praktisch alle großen E-Auto-Hersteller arbeiten daran. Da dank der Wärmepumpe ein Großteil der Energie fürs Heizen und Kühlen der Umgebungsluft entnommen wird, geht im Zoe deutlich weniger Batteriestrom fürs Klimatisieren verloren, was der Reichweite zugute kommt.

Ebenfalls der Reichweite zugute kommt ein neues regeneratives Bremssystem, das Renault mit Bosch entwickelt hat.

Den dritten großen Beitrag zur höheren Reichweite liefern neue Leichtlaufreifen von Michelin. Von Reifen hängen laut Renault bis zu 30 % des Energieverbrauchs eines E-Autos ab.

Eine Besonderheit des Zoe ist auch das Ladesystem. Die Akkus vertragen Schnellladen mit 400 V und 43 kW Drehstrom, beschleunigtes Laden mit 22 kW und Standardladen mit 230 Volt Wechselstrom und 3,7 kW, beides mit Mennekes-Stecker. Standardladen mit Schukostecker ist vorerst nicht geplant. Die Ladezeiten variieren zwischen 30 Minuten und 9 Stunden.

Der Zoe startet in Österreich im Juni ab € 20.780,–, inkl. Steuern, aber ohne Batterien. Letztere werden gegen eine Monatsgebühr verleast. Sie beträgt zwischen 79 € (ab 3-Jahres-Vertrag) und 99 € (1-Jahres-Vertrag). Drei Ausstattungen stehen zur Wahl, in der Version Zen verfügt der Zoe auch über einen Luftionisierer und aktiven Duftspender.

Renault Zoe

Elektro-Antrieb

Der Zoe hat einen fremderregten Drehstrom-Synchron-E-Motor mit 65 kW/88 PS bei 3000–11.300 U/min und 220 Nm bei 250–2500 U/min. Batterien: Lithium-Ionen, 400 V, 22 kWh, 290 kg. Antrieb: Front, Automatik. Fahrleistungen: 0–100 in 13,5 sec, 135 km/h Spitze, Reichweite (Norm) 210 km, Ver- brauch (Norm) 14,6 kWh /100 km. Garantie E-Antrieb: 5 J./100.000 km Wartungsintervall: 30.000 km oder 1 Jahr. Maße: LxBxH 4085x1730x 1562 mm, Radstand 2588 mm, Bodenfreiheit 120 mm, Lade- volumen 338–1225 l, Zuladung 440 kg, Gesamtgewicht 1943 kg.