Tests 08/26/2017

Der VW Golf als Variant mit Basisdiesel im Test

Der VW Golf als Variant mit Basisdiesel im Test
© VW

Der Kombi mit dem 1,6-l-Diesel nach der Modellpflege.

Im Jahr 1974 brannte in Wolfsburg ordentlich der Hut. Die Geschäfte liefen schlecht, die Käfer-Ära neigte sich unaufhaltsam dem Ende zu, die Energiekrise drohte.

Mit dem Start der Serienproduktion des neuen Modells VW Golf am 2. März ’74 änderte sich das Szenario aber schlagartig. Das Konzept mit selbst tragender Karosserie, Heckklappe, variablem Kofferraum, quer eingebauten, wassergekühlten 4-Zylindermotoren, Federbein-Vorder- und Verbund- lenkerhinterachse war für einen deutschen Autohersteller eine Revolution – und richtungsweisend für die Kompaktklasse.

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© VW

Seit Mitte der 1970er-Jahre hat sich eine Menge verändert – nicht zuletzt auch der Golf, schließlich ist nichts so beständig wie der Wandel – aber eines ist gleich geblieben: Ein Golf hat wie ein Golf auszusehen, das Auto muss mit der Zeit gehen, aber nicht revolutionär sein. Dieses VW-Dogma gilt bis heute. So fällt kaum auf, dass der 2012 erschienene Golf VII für die zweite Hälfte des Modellzyklus’ ein Facelift verpasst bekommen hat.

Ob "das ikonenhafte Design durch neue optische Detaillösungen nochmals an Charisma gewonnen" hat, wie uns die VW-Produktpresse glauben lassen will, sei dahingestellt. Fest steht aber, dass das Äußere an Schärfe gewonnen hat. Allein die überarbeitete Leuchtengrafik mit LED-Tagfahrlicht lässt die Front angriffiger wirken, die ebenfalls neu gestalteten Kühlöffnungen im unteren Bereich des Stoßfängers betonen die Breite des Autos.

Agil und sparsam

Weil der Motor-KURIER den Golf als Variant mit Grundausstattung und dem ebenso lebenslustigen wie unglaublich sparsamen 1,6-Liter-Basisdiesel probiert hat, musste zwar auf einige Assistenzsysteme verzichtet werden, gleichzeitig blieb uns aber auch die Gestensteuerung für Infotainment, Navi und Radiobedienung erspart. Die gibt’s nämlich entweder gegen Aufpreis und/oder in den gehobenen Ausstattungslinien.

Statt dessen gibt’s konventionelle Knöpfe, Tasten und Drehregler, die eine ebenso simple wie eingängige Bedienstruktur ermöglichen: Eine Wohltat für alle, denen die Herumwachlerei auf die Nerven geht.

Antrieb: 4 Zylinder, Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegenden Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 7-Gang-Direktschaltgetriebe (DSG); Spitze 200 km/h, 0–100 in 10,7 sec; Euro 6.

Hubraum: 1598 cm³

PS/kW: 115 PS/85 kW

maximales Drehmoment:250 Nm bei 1500 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorderer Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H):4567 x 1799 x 1515 mm

Wendekreis: 10,9 m Radstand: 2620 mm Bremsweg kalt: 34,4 m/Bremsweg warm: 34,6 m

Kofferraum: 605–1620 l

Gewicht: 1395 kg/Gesamtgewicht: 1940 kg Tankinhalt: 50 l

Normverbr.: 4,1 l/100 km106 g/km CO²

Testverbr.: 5,3 l/100 km

Preis: 28.670 €

Preis Testwagen: 34.612 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:453,84 €

(Kurier) Erstellt am 08/26/2017