News 30.08.2014

Der VW Polo nach seiner Überarbeitung im Test

Der VW Polo nach seiner Überarbeitung im Test
© Michael Andrusio

Dezentes Facelift für den kleinen Bruder des Golf und neuer sparsamer Dreizylinder-Motor.

Seit fünf Jahren auf dem Markt, hat VW den mittlerweile in fünfter Generation existierenden Polo einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Das familientaugliche Einstiegs- und Zweitauto, in der Modellhierarchie zwischen Up und Golf angesiedelt, ist ab jetzt am neugestalteten Stoßfänger samt einem zarten Chromleisterl erkennbar, das den optischen Schwerpunkt nach unten verlagert und die Front sportlich-eleganter erscheinen lässt. Im Bereich des heckseitigen Stoßfängers wird die Betonung der Breite durch eine klarere horizontale Gliederung und einen breiteren Ausschnitt für das Nummernschild realisiert.

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© Michael Andrusio

Klein und sauber

Kosmetische Retuschen: Nett, aber nicht wirklich essenziell. Weit wichtiger ist da schon, dass VW technisch nachgelegt hat. Und so sind alle Motoren bereits jetzt nach der ab 2015 Pflicht werdenden Euro-6-Abgasnorm zertifiziert und hinsichtlich Abgasverhalten und Verbrauch optimiert worden.

Neu ins Polo-Programm gerückt wurde außerdem ein 3-Zylinder-Einspritzer, der aus 999 Kubik entweder 60 PS oder – wie im Fall der vom Motor-KURIER probierten Variante – 75 PS mobilisiert. Waren früher derart kleine, unrund und wegen der hohen Geräuschkulisse nervig laufende Aggregate nur in spaßbefreiten Verzichts-Minis zu finden, so ist dieses Motorenkonzept heute salonfähig geworden: 3-Zylinder-Motoren sind kompakt, leicht und sparsam, sie erfüllen also genau die Vorgaben, auf die’s heute ankommt und die unter dem Begriff Downsizing in den Sprachgebrauch Eingang gefunden haben.

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© Michael Andrusio

Das schon aus dem winzigen Up bekannte Aggregat ist zwar sofort am knurrend-heiseren Sound als Dreizylinder identifizierbar, offensichtlich üppig verwendete Dämmung sorgt aber dafür, dass das Arbeitsprinzip des Zwergenmotors nur sehr dezent in den Vordergrund tritt. Trotz der Tatsache, dass der frei saugende 1,0 ohne Ausgleichswelle auskommen muss, arbeitet das Motörchen ohne lästige Vibrationen und damit erstaunlich laufruhig, verlangt aber nach Drehzahlen: 95 Newtonmeter – ab späten 3000 – können eben keine Wunder hinsichtlich Durchzug aus dem Drehzahlkeller bewirken.

Das können Turbomotoren deutlich besser, aber damit muss man halt leben.

Der Polo zementiert in der jüngsten Evo-Stufe die Spitzenposition als moderner, nochmals gereifter Kleinwagen. Mehr denn je ist er eine Alternative zum größeren Golf.

Antrieb: 3-Zylinder, Benzin, Multipoint-Einspritzung, oben liegende Nockenwelle, 4 Ventile/Zylinder; Frontantrieb, 5-Gang-Schaltgetriebe;

Spitze 173 km/h, 0–100 in 14,3 Sekunden; Abgasnorm Euro 6.

Hubraum: 999 cm³

PS/kW: 75 PS/55 kW

maximales Drehmoment:95 Nm bei 3000 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Verbundlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, vorn Scheiben-, hinten Trommelbremsen, Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H): 3972 x 1682 x 1453 mm

Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2470 mm

Kofferraum: 280–952 l Zuladung: 427 kg Gesamtgewicht: 1570 kg Tankinhalt: 45 l

Normverbr.: 4,8 l/100 km 108 g/km CO²

Testverbr.: 6,1 l/100 km

Preis: 17.299 €

Preis Testwagen: 18.853 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 230,64 €

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© Michael Andrusio
(Kurier) Erstellt am 30.08.2014