News
05.12.2011

Die neue Reifen-Generation

Michelin: Wie man bei den Franzosen den Technologietransfer vom Rennreifen zum Straßenreifen vollzieht und wie der neue Pilot Super Sport davon profitiert.

Als Benoît Tréluyer am Morgen des 12. Juni in Le Mans mit seinem Audi R18 TDI zum Boxenstopp abbog, hatte er 750 km absolviert. Und das mit einem Reifensatz. Dabei war Monsieur Treluyer alles andere als besonders reifenschonend unterwegs und matchte sich mit drei Kontrahenten. Zudem sind die Le-Mans-Autos bis zu 330 km/h schnell, also auch nicht langsamer als die Formel 1 (wo man etwa alle 15 Runden wechselt).

Das Thema Langlebigkeit der Reifen ohne Performance- oder Sicherheitseinbußen ist mittlerweile bei Langstreckenrennen wie Le Mans ein großes Thema. Aber nicht nur die Strategen in den Boxen, sondern auch die Kunden haben entsprechende Wünsche. In einer vom Meinungsforschungsinstitut TNS durchgeführten Studie erklärten 73 Prozent der Befragten, dass Sicherheit das Allerwichtigste an einem Autoreifen sei. Für 66 Prozent ist die Langlebigkeit am wichtigsten, für weitere 66 Prozent das Thema Sportlichkeit und Performance.

Pilot Super Sport

Zurück zum Motorsport. Michelin betrachtet den Einsatz bei Rennen aller Art als Laboratorium, wo Reifen unter extremsten Bedingungen erprobt werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in die Entwicklung von Straßenreifen ein - wie z. B. in den neuen Pilot Super Sport.

Der sogenannte Twaron-Gürtel sorgt für bessere Stabilität des Reifens bei höheren Geschwindigkeit und wirkt der von der Fliehkraft verursachten Verformung des Reifens entgegen. An der Lauffläche kommt die Dual-Compound-Technologie zum Einsatz, wobei die an der Außenseite verwendete rußbasierte Mischung mit Elastomerbestandteilen eben für die Le-Mans-Rennreifen entwickelt wurde. Innen verfügt der Reifen über eine neue Elastomermischung, die vor allem den Grip auf nassem Untergrund verbessert (indem der Reifengummi die Wasserschicht durchbricht und die kleinsten Unebenheiten der Straße nutzt, um Bodenhaftung zu erzeugen). Die dritte Besonderheit heißt Variable Contact Patch 2.0: Diese Technologie sorgt dafür, dass stets die gleiche Menge an Reifengummi mit der Straße in Kontakt bleibt - egal ob das Auto eine Kurve durchfährt oder beschleunigt wird.

Für den Pilot Super Sport hat sich Michelin für die Entwicklung zudem mit Ferrari, Porsche und BMW zusammengetan. Ferrari verwendet den Pilot Super Sport z. B. am 599 GTO, am 458 Italia oder am neuen FF. Der Reifen ist für die Geschwindigkeitsbereiche Y, ZR ausgelegt und in den Dimensionen 18 bis 22 Zoll erhältlich.