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05.12.2011

Die tödlichsten Straßen Österreichs

© Bild: KURIER / Gerhard Deutsch

Laut einer aktuellen VCÖ-Untersuchung ist das Unfallrisiko in Niederösterreich am höchsten, in Wien und Vorarlberg am geringsten. In 15 Bezirken passierte 2010 kein tödlicher Unfall.

Im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich war im Vorjahr das tödliche Unfallrisiko am höchsten, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Pro 10.000 Einwohner gab es im Vorjahr 2,7 Verkehrstote. Am zweithöchsten war das tödliche Unfallrisiko im Bezirk Reutte (Tirol) und im Bezirk Tamsweg (Salzburg). Weiteres Ergebnis: In 15 Bezirken passierte kein einziger tödlicher Verkehrsunfall, im Jahr 2009 war das in nur 12 Bezirken der Fall. Neben zehn Wiener Bezirken und den Städten Rust (Burgenland) und Steyr (Oberösterreich) schafften die Bezirke Güssing (Burgenland), Knittelfeld (Steiermark) und Waidhofen an der Thaya ( Niederösterreich) dieses Ziel.

In absoluten Zahlen gab es im Vorjahr in den niederösterreichischen Bezirken Bruck an der Leitha und Mödling die meisten Verkehrstoten, wo jeweils 16 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Da die Bezirke unterschiedlich groß sind, wird in der Verkehrswissenschaft die Zahl der tödlichen Unfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl dargestellt. Die Studie zeigt, dass pro 10.000 Einwohner der Bezirk Scheibbs das höchste tödliche Unfallrisiko aufweist mit 2,7 Verkehrstoten pro 10.000 Einwohner. Am zweithöchsten ist das tödliche Unfallrisiko in den Bezirken Reutte und Tamsweg (1,9).

Freilandstraßen am gefährlichsten

Der VCÖ weist darauf hin, dass elf der 30 Bezirke mit dem höchsten tödlichen Unfallrisiko in Niederösterreich liegen, sechs in Oberösterreich, vier in Kärnten und in der Steiermark, jeweils zwei in Tirol und Salzburg und ein Bezirk im Burgenland. Wien und Vorarlberg sind jene Bundesländer, wo das tödliche Unfallrisiko am geringsten ist, wie die VCÖ-Untersuchung zeigt.

"56 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle passierten im Vorjahr auf Freilandstraßen. Zu hohe Geschwindigkeit ist die Hauptunfallursache. Österreich könnte mit Tempolimit 80, wie es etwa in der Schweiz gilt, die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich verringern. Was in anderen Staaten Wirklichkeit ist, sollte auch in Österreich möglich sein", so VCÖ-Experte Martin Blum. Um die Zahl der Fußgänger- und Radfahrunfälle zu verringern, fordert der Verkehrsclub entlang von Freilandstraßen mehr Geh- und Radwege, insbesondere dort, wo Siedlungen in der Nähe sind.

Jeder vierte tödliche Verkehrsunfall passierte im Ortsgebiet. Die Hauptopfer sind Fußgänger. "Die Verkehrsplanung im Ortsgebiet muss fußgängerfreundlicher werden. Es braucht mehr Verkehrsberuhigungen und mehr übersichtliche Übergänge. Im Umfeld von Schutzwegen sollten alle Sichthindernisse, wie etwa Werbetafeln, beseitigt werden", betont Blum. Zudem schlägt der VCÖ eine bundesweite Kampagne gegen Telefonieren am Steuer vor. "Wer mit dem Handy telefoniert, reagiert ähnlich langsam wie Alkolenker mit 0,8 Promille. Eine Bewusstseinskampagne ist dringend nötig", so Blum.