News 11.02.2013

Edel sei der Frachtraum

© Bild: Andrusio Michael

Der Mercedes definiert den Begriff Edelkombi neu, das Ladevolumen darf dabei nebensächlich bleiben.

Der praktische Nutzen beim Design des Shooting Brake stand keineswegs im Vordergrund – sagt man bei Mercedes. Heißt, so ein Auto kauft man sicher nicht, wenn man viel zu transportieren hat. Schon gar nicht, wenn man Zeugs zu führen hat, das einem den Laderaum verdreckt.

Gemessen an den stattlichen Abmessungen des Autos taugen die Eckdaten eher nicht zum Angeben im Freundeskreis: 590 Liter Laderaumvolumen findet man vor, wenn man die Rücksitze umklappt, sind es 1550 Liter. Das ist weniger als im E-Klasse-T-Modell.

Der Shooting Brake erfordert einen anderen Zugang. Das Auto ist für Leute gedacht, die sich vom Mainstream unterscheiden und beim stilvollen Reisen weder auf Sportlichkeit noch auf Laderaum verzichten möchten, erklären seine Macher, und diesbezüglich kann man nur zustimmend nicken.

Elegant geformtes Heck.
© Bild: Andrusio Michael

Der CLS Shooting Brake sorgt für neugierige Blicke, die derzeit wohl kein anderer „Kombi“ generieren kann. Ausgehend vom CLS, der ein viertüriges Coupé sein will, ist der Shooting Brake die nützlichere Variante – samt vier Türen plus Heckklappe, fünf Sitzplätzen, einigermaßen Laderaum und das alles eingekleidet in sportlich gehaltenem Äußeren.

Extra: Laderaumboden aus amerikanischem Kirschholz.
© Bild: Andrusio Michael

Dass der Benutzer von allem erdenklichen Luxus verwöhnt wird, passt da natürlich ebenso ins Bild. Vieles davon ist als Option zu haben. Besonderheit beim CLS Shooting Brake ist zweifellos der Holzladeboden: Der schaut so edel aus, dass man sich wirklich zwei Mal überlegt, was man hier mitführt, und man hat schon Sorge, wenn etwas nur darauf herumrutscht. Kostet übrigens 4120 Euro (netto). Die elektrisch betriebene Heckklappe ist dafür serienmäßig dabei.

8 Zylinder

Wenn man den CLS Shooting Brake als 500 ordert, kommt zum optischen Eindruck auch noch der akustische dazu. Der Achtzylinder grollt dumpf, wird aber nie laut. Auch dann nicht, wenn man die Kraftreserven ausschöpft und erlebt, wie der Shooting Brake in 5,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Serienmäßig an Bord ist eine Start-Stopp-Funktion, die den Motor erfreulicherweise dezent abstellt und wieder anwirft.

Perfekt dazu passt die 7-Gang-Automatik, die auch einen manuellen Modus bzw. einen Sportmodus dabei hat. Auch die Fahrdynamik ist über jeden Zweifel erhaben und besonders lustig wird das Kurvenfahren, wenn man die Multikontursitze bestellt, die sich je nach Fliehkraft aufblähen, um den Fahrer abzustützen.

Sauber eingerichtetes Cockpit mit faszinierenden Multikontursitzen.
© Bild: Andrusio Michael

Dass der Mercedes CLS Shooting Brake in den oberen Preisregionen angesiedelt ist, überrascht natürlich nicht. Der CLS 500 kostet ab € 95.730,– und die 100.000er-Marke lässt sich leicht überwinden.

Faszinierende Kombination aus Sportwagen und Kombi, souveräne Fahrleistungen, stimmige Details.Hoher Preis, viele teure Extras.

Mercedes CLS 500 Shooting Brake

Antrieb: V8-Benzin, Direkteinspritzer, 2 x 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, 2 Turbolader, 2 Ladeluftkühler; Heckantrieb, 7-Gang-Automatik; Spitze 250 km/h, 0–100 in 5,3 Sekunden; Euro 5.

Hubraum: 4533 cm³

PS/kW: 408/300maximales Drehmoment:600 Nm bei 1600 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Quer- und Längslenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Stabilisatoren, Luftfederung (Airmatic), v/h Bremsmomentabstützung, Scheibenbremsen (vorn/hinten innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, Bremsassistent ( BA), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H): 4956 x 1881 x 1421 mm Wendekreis: 11,2 m Radstand: 2874 mm

Kofferraum: 590–1550 l Zuladung: 525 kg Gesamtgewicht: 2480 kg Tankinhalt: 80 Liter

Normverbr.: 9,2 l/100 km214 g/km CO² Testverbr.: 11,5 l/100 km

Preis: 95.730 €

Preis Testwagen: 134.545 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 1821,60 €

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© Bild: Andrusio Michael
Erstellt am 11.02.2013