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News
05/31/2012

Eigenverantwortung

Die besten Sicherheitssysteme können Unachtsamkeit nicht kompensieren.

von Horst Bauer

Die Verbesserung der aktiven und passiven Sicherheit von Automobilen in den vergangenen Jahren war von durchaus wirtschaftlichen Überlegungen getrieben. Oder, wie es ein Automanager damals formulierte, als das Thema neben Entwicklungsingenieuren auch die breite Öffentlichkeit zu interessieren begann: Tote Kunden kaufen keine Autos.

Sicherheitssysteme wie ABS oder Airbags und gute Noten bei den öffentlichkeitswirksam inszenierten Crash-Tests wurden zu Verkaufsargumenten für Kunden, die in allen Belangen des Lebens so gut wie möglich Vorsorge treffen wollten.

Erst als das Thema durch immer mehr Airbags oder den inzwischen verpflichtenden Einbau des elektronischen Schleuderschutzes ESP medial ausgereizt war, verschob sich der Brennpunkt des Interesses zum Fußgängerschutz. Und auch hier setzt die Autoindustrie inzwischen Zeichen wie den ersten Airbag, der nicht zu mehr Sicherheit der Fahrzeug-Benutzer dient, sondern nach außen gerichtet ist. Die von Verbraucher-Organisationen und Autofahrerklubs angestoßene Sorge um den Schutz von Fußgängern hat inzwischen auch zu komplizierten elektronischen Systemen geführt die Kollisionen durch selbsttätige Notbremsungen verhindern sollen.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Objekte der Sorge ihren Beitrag leisten, die Stöpsel aus den Ohren geben und vor dem Überqueren der Straße auf den Verkehr achten. Denn selbst wenn moderne Autos in der Lage sind, auf selbst gefährdendes Verhalten von Passanten zu reagieren – bis zur automatischen Notbremsfunktion von Fahrrädern wird es noch etwas dauern.

horst.bauer(at)kurier.at

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